Unterhalt für den im Ausland lebenden Ehepartner ist absetzbar

Von: dpa
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<b>Berlin.<b> Unterhaltszahlungen an den im Ausland lebenden Ehepartner sind jetzt denen an geschiedene Partner im Inland gleichgestellt.

Sie können als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Bislang konnten sie nur abgesetzt werden, wenn eine Erwerbstätigkeit des unterstützten Partners unzumutbar oder unmöglich war. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH, Az.: VI R 5/09) hervor, auf das der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL)in Berlin hinweist.

Unterhaltsleistungen an bedürftige Verwandte in gerader Linie können bis zu 8004 Euro (Wert für 2010) im Rahmen der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden. Dabei dürfen die Einkünfte der unterstützten Person den Grenzbetrag von 8004 Euro und ein Vermögen von 15.500 Euro nicht übersteigen.

Lebten die unterstützten Personen im Ausland, versagten die Finanzämter bislang oft den steuerlichen Abzug. Sie begründeten es damit, dass ausländische Personen im erwerbsfähigen Alter grundsätzlich durch eigene Arbeit für ihren Lebensunterhalt sorgen könnten.

Das sahen die BFH-Richter anders: Bei im Ausland lebenden Ehepartnern müsse nichts geprüft werden. Im Gegensatz zum Verwandtenunterhalt sei der Ehegattenunterhalt zivilrechtlich unabhängig von der Bedürftigkeit geschuldet. Wobei sich der maximal absetzbare Betrag nach den Ländern richtet, in denen der unterstützte Partner lebt: Lebt dieser beispielsweise in der Türkei sind höchstens 4002 Euro absetzbar.

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