Düsseldorf - Tücken beim Wohnungskauf: Auf die laufenden Kosten achten

Tücken beim Wohnungskauf: Auf die laufenden Kosten achten

Von: Andreas Heimann, dpa
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Düsseldorf. Interessenten einer älteren Immobilie sollten vor dem Kauf prüfen, ob bald Renovierungsarbeiten anstehen.

„Zum Beispiel, wenn das Dach undicht ist oder das Rohrsystem überaltert”, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Marode Dächer seien gar nicht so selten. „Wichtig ist auch, dass die Heizungsanlage okay ist. Man kann fragen, wann sie zuletzt gewartet wurde.” Im Zweifel empfiehlt der Verbraucherschützer, sich sachkundigen Rat einzuholen.

Der Kauf einer Wohnung sei nicht weniger kompliziert als der eines Hauses. „Beides ist Erwerb von Grundeigentum. Der Zeitplan ist ganz ähnlich, und in beiden Fällen geht es nicht ohne Notar”, erklärt Feck. Der Kaufvertrag ist oft standardisiert.

„Aber auch in dem Fall kann es nicht schaden, ihn von jemandem gegenlesen zu lassen, der davon Ahnung hat.” Die Kosten für den Notar übernimmt in aller Regel der Käufer. „Die Höhe ist in der Kostenordnung festgelegt und hängt vom Kaufpreis ab. Das heißt, wer eine Eigentumswohnung für 150.000 Euro kauft, zahlt bundesweit gleich viel Notargebühren.”

Der Notar belehrt die Käufer über den Kaufvertrag. Er ist nicht Vertreter der Verkäuferseite. „Ein Notar bekleidet ein öffentliches Amt, er muss also neutral sein”, erläutert Feck. Im Kaufvertrag wird der Kaufpreis vereinbart und festgelegt, wann er zu zahlen ist: „In der Regel gibt es eine Einmalzahlung”, erklärt der Jurist der Verbraucherzentrale.

„Prinzipiell kann er auch in Raten gezahlt werden, aber das ist beim Immobilienkauf die Ausnahme.” Erst wenn der Kaufpreis gezahlt ist, wird die Eintragung des neuen Eigentümers ins Grundbuch beantragt. Und erst mit dem Eintrag des Käufers wird dieser auch Eigentümer.

Eine Besonderheit ist die Erbpacht. Sie ist nicht selten in Fällen, in denen das Grundstück der Kirche gehört: Der Käufer pachtet das Grundstück dabei nur, üblicherweise für 99 Jahre. Im Kaufvertrag wird außerdem festgelegt, wer welche weiteren Kosten trägt, unter Umständen auch Erschließungsgebühren. Das kann erheblich ins Geld gehen und auch ältere Gebäude betreffen.

Vor allem aber regelt der Kaufvertrag für eine Eigentumswohnung die laufenden Kosten. Häufig funktioniert das so, dass jeder Wohnungseigentümer eine bestimmte Summe pro Jahr beziehungsweise monatlich auf ein Hausgeldkonto überweist. „Damit bestreitet der Hausverwalter dann alle laufenden Kosten.”

Das gilt nicht nur für die Müllabfuhr oder eventuell für die Treppenhausreinigung, sondern zum Beispiel auch für den Fassadenanstrich oder für die Reparatur der defekten Heizungsanlage. „Defekte Heizkörper muss dagegen der Wohnungseigentümer auf seine Kosten austauschen.”

Wer eine Eigentumswohnung kauft, hat also eine Reihe von Hürden zu nehmen. „Und man muss sich bewusst sein, etliche Verpflichtungen einzugehen”, sagt Feck. Das endet nicht mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag. „Oft ist in der Hausordnung beispielsweise geregelt, wer im Winter den Gehweg streut. Da sollte man schon vor dem Kauf einmal reingucken.”

Ein wichtiger Unterschied zum Kauf eines Einfamilienhauses ist die Tatsache, Tür an Tür mit anderen Wohnungseigentümern zu leben: „Ärger mit den Nachbarn kann man immer bekommen”, warnt Feck. „Man bindet sich mit einem Kauf an Leute, die man gar nicht kennt.”
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