Tochter muss Existenz von zweitem Testament beweisen können

Letzte Aktualisierung:

München/Berlin. Existiert nach Angaben eines Kindes ein zweites Testament, muss es das auch beweisen können. Dafür reichen die Aussagen von Zeugen, die das Papier selbst nicht gesehen haben, nicht aus.

Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichte München hervor, auf die die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein in Berlin hinweist (Az.: 31 Wx 11/10, 21 Wx 011/10). In dem Fall hatte ein Paar einen Ehevertrag geschlossen. Darin bestimmten sich die Eheleute gegenseitig zu Alleinerben und den Sohn zum Schlusserben.

Als der Mann im Alter von 80 Jahren starb, nahm die überlebende Frau mehrere Änderungen in der sogenannten Schlusserbeneinsetzung vor. Demnach sollte auch das zweite Kind - die Tochter - einen Anteil insbesondere an den Immobilien des Ehepaars erhalten.

Die beiden Kinder stritten dann über die genaue Aufteilung. Die Tochter behauptete, der Vater habe noch ein weiteres handschriftliches Testament verfasst. In diesem habe er verfügt, dass der Bruder das Anwesen in Deutschland, welches ihm schon zur Hälfte gehört, ganz erhalten solle - und sie selbst das Anwesen in Bardolino mit einem deutlich höheren Wert. Dieses Testament könne zwar derzeit nicht aufgefunden werden, es sei aber für die Erbfolge maßgeblich.

Das Gericht erteilte den Erbschein wie vom Sohn beantragt. Das nicht auffindbare Testament sei nicht heranzuziehen. Es sei nicht sicher, ob dieses überhaupt existiert habe.

An den Nachweis, dass es dieses Testament gibt, seien wegen der hohen Bedeutung eines Testaments strenge Anforderungen zu stellen. Die Aussage des Ehemanne der Tochter reiche nicht. Der Zeuge habe das Testament selbst außerdem nicht gesehen.
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