Streit um Grabstätte endet mit Vergleich

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Bonn. Mit der Frage, wann ein Grab ungepflegt ist und wann nicht musste sich am Mittwoch die 1. Zivilkammer des Bonner Landgerichts befassen. Eine 72 Jahre alte Witwe hatte Schadenersatz von der Stadt Troisdorf gefordert, weil die Kommune die Grabstätte des vor zehn Jahren verstorbenen Ehemannes der Klägerin hat einebnen lassen.

Die auf dem Grab gepflanzte Zypresse und eine Zierkirsche hätten die erlaubte Wuchshöhe überschritten, argumentierte die Stadt. Zudem habe keine Adresse der Witwe vorgelegen und auf einen Hinweiszettel am Grab habe sie ein Jahr lang nicht reagiert.

Zunächst wurden die Bäume abgeholzt, später das Grab eingeebnet und Rasen gepflanzt. Der Grabstein mit der Bronzeaufschrift wurde zerstört.

Mit dem Abholzen der Gewächse hätte es die Stadt bewenden lasen sollen, argumentierte das Gericht. Alle weiteren Maßnahmen seien unverhältnismäßig gewesen. Die Parteien einigten sich auf einen Vergleich. Die Witwe, die das Grab bis 2030 gepachtet hat, erhält nun statt der geforderten 776 Euro 500 Euro Schadenersatz.

Die Homepage wurde aktualisiert