Richter: Schiffe auf dem Rhein schmälern keine Miete

Von: dpa
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Köln. Wer sich direkt am Rhein eine Wohnung mietet, muss damit rechnen, dass dort tuckernde und stinkende Schiffe vorbeifahren. Die Miete darf man deshalb nicht kürzen, entschied das Amtsgericht Köln am Dienstag. (223C26/11)

Es gab damit der Klage einer Vermietungsgesellschaft gegen eine Mieterin im Kölner Rheinauhafen statt. Die Frau hatte ihre Miete für mehrere Monate um insgesamt knapp 3.700 Euro gemindert, weil sie sich unter anderem durch laufende Frachtschiffmotoren und deren Ausdünstungen gestört sah. Die Vermietungsgesellschaft hatte die Mietminderung als unberechtigt angesehen und die Mieterin - eine aus Bayern stammende Universitätsprofessorin - auf Zahlung der einbehaltenen Miete verklagt.

Der Richter gab den Vermietern Recht. Auch wenn die Frau nicht aus Köln stamme, sei es allgemein bekannt, dass auf dem Rhein Schiffe führen, urteilte der Kölner Richter. Da unmittelbar vor der Mietwohnung eine kilometerlange Kaimauer mit Treppenstufen vorhanden sei, habe die Frau damit rechnen müssen, dass dort auch Schiffe anlegen würden. Einer Aufklärung durch den Vermieter habe es dafür nicht bedurft.

Es komme ja auch kein Mieter an einer Straße mit einem großen Taxistand auf die Idee, zu behaupten er habe nicht damit rechnen können, dass es zu Lärm- und Geruchsbelästigungen durch an- und abfahrende Taxis komme. Gegen das Urteil sind noch Rechtsmittel möglich.

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