Reisekrankenversicherer muss bei Herzinfarkt zahlen

Von: ddp
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Köln. Reisekrankenversicherer müssen auch dann für die finanziellen Folgen eines Herzinfarktes ihres Versicherten einstehen, wenn der Versicherte bereits vor Reisebeginn an einer Herzerkrankung laborierte.

Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln (AZ: 20 U 62/09) hervor. Reisekrankenversicherer schließen in aller Regel die Kostenübernahme für Erkrankungen aus, die bereits vor Reisebeginn diagnostiziert worden sind. In dem entschiedenen Fall regelten die Versicherungsbedingungen unter anderem, dass Versicherungsschutz nicht besteht, wenn vor Reiseantritt bereits bekannte Beschwerden, Erkrankungen oder Verletzungen während der Reise behandlungsbedürftig werden.

In dem Fall hatte ein Mann für seine Schwiegermutter eine spezielle Reisekrankenversicherung für ausländische Gäste abgeschlossen, um für den Besuchszeitraum der Frau Versicherungsschutz zu gewährleisten. Während des Aufenthaltes in Deutschland erlitt die Frau einen Herzinfarkt mit Behandlungskosten in Höhe von 24.000 Euro. Die wollte der Versicherer nicht übernehmen, nachdem bekanntgeworden war, dass die Frau vor Jahren schon einmal einen Herzinfarkt erlitten hatte und unter anderem auch an Bluthochdruck und gelegentlichen Herz-Rhythmusstörungen litt. Damit sahen die Versicherer den Ausschluss in den Bedingungen erfüllt, weil mit einer Behandlungsbedürftigkeit gerechnet werden müsse.

Das sahen die Kölner Richter allerdings grundsätzlich anders. Ein Herzinfarkt sei grundsätzlich akut und unerwartet und keinesfalls absehbar behandlungsbedürftig, weil ein Grundleiden vorhanden ist. Die Ausschlussklausel hätte nur dann greifen können, wenn die Frau bereits vor Reiseantritt damit hätte rechnen müssen, dass sie einen erneuten Herzinfarkt erleidet - darauf deutete jedoch nichts hin, so dass die Versicherung die Kosten nun tragen muss.
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