Preis eigenmächtig reduziert: Fristlose Kündigung droht

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Hannover/Berlin. Angestellten im Supermarkt droht die fristlose Kündigung, wenn sie einen Preis eigenmächtig reduzieren und die Ware dann selbst kaufen.

Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen in Hannover (Az.: 10 Sa 1977/08), wie die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins in Berlin mitteilt.

In dem Fall ging es um eine Frau, die in einem Supermarkt als Kassiererin beschäftigt war. Üblicherweise wurden dort die Preise für Obst und Gemüse tagsüber mehrfach gesenkt. Außerdem durfte Spargel nur tagesfrisch verkauft werden.

Das hatte sich die Kassiererin zunutze gemacht, indem sie den Preis für Spargel knapp eine Stunde vor Ladenschluss mehrfach herabsetzte, um ihn dann selbst zu kaufen. Der Arbeitgeber kündigte der Frau daraufhin fristlos - und zwar zurecht, wie das Gericht entschied.

Zwar sei eine außerordentliche Kündigung nur das letzte Mittel, befanden die Richter. Dieses Mittel sei aber gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer sich auf Kosten des Arbeitgebers bereichert. Das gelte auch dann, wenn es sich um Dinge von geringem Wert handelt.

Ein solches Delikt habe die Klägerin begangen, als sie den Spargel eigenmächtig im Preis reduzierte und für sich kaufte. Eine vorherige Abmahnung sei entbehrlich gewesen, da es sich um eine schwerwiegende Pflichtverletzung handele.
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