Pony-Prozess: Gericht erlaubt Reiten ohne Richtungswechsel

Von: dpa
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Minden. Die Arbeitsplatzbeschreibung für Jahrmarktponys lautet auch in Zukunft: Rechts herum! Das Verwaltungsgericht Minden gab jetzt der Klage von drei Schaustellern gegen Auflagen der Kreise Gütersloh und Paderborn statt.

Diese Auflagen hatten regelmäßige Richtungswechsel vorgeschrieben. Eine solche Auflage sei zum Schutz der Tiere nicht erforderlich, teilte das Gericht am Montag mit. Ein Richtungswechsel nach 30 Minuten Einsatz sei den Tieren nur schwer und unter großem Zeitaufwand beizubringen und nicht zwingend notwendig, meinten die Richter und verwiesen auf die Einschätzungen von Sachverständigen. (Urteile vom 18.11.2010 - 2 K 2485/08, 2 K 697/09 und 2 K 712/09 -, nicht rechtskräftig.)

Ein von der Behörde benannter Tierarzt hatte auf die einseitige Belastung verwiesen, wenn die Tiere immer nur in dieselbe Richtung laufen. Das sei eine psychische und physische Belastung und führe zu Haltungsschäden. Die klagende Herforder Schaustellerfamilie hatte dagegen vor ständigen Richtungswechseln gewarnt. Die Tiere seien die Runden gewöhnt und könnten bei ständigen Wechseln nervös und damit zu einer Gefahr für die Kinder werden.

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