Berlin - Ob Hund oder Katze einziehen dürfen, entscheidet der Vermieter

Ob Hund oder Katze einziehen dürfen, entscheidet der Vermieter

Von: Katja Fischer
Letzte Aktualisierung:
Hund
Bewohner von Mietwohnungen sollten sich vorher schlaumachen, ob und welche Tiere sie aufnehmen dürfen. Denn nicht jede Art ist erlaubt. Foto: dpa

Berlin. Der eine hat einen Vogel, ein anderer schwört auf Reptilien, der Dritte will nicht ohne seinen Schäferhund leben. Tierische Mitbewohner sind beliebt und weitverbreitet.

Bewohner von Mietwohnungen sollten sich aber vorher schlaumachen, ob und welche Tiere sie überhaupt aufnehmen dürfen. Denn nicht jede Art ist erlaubt. Die Tierhaltung in Mietwohnungen ist nicht eindeutig gesetzlich geregelt. Entscheidend ist, was im Mietvertrag steht. Soll zum Beispiel ein Hund angeschafft werden, hat der Vermieter das letzte Wort. Er kann eine wirksame Klausel in den Mietvertrag aufnehmen, die die Hundehaltung verbietet. Dann muss sich der Mieter daran halten.

„Wer trotzdem mit einem Hund einzieht oder sich während der Mietzeit einen anschafft, muss auf Verlangen des Vermieters das Tier abgeben oder ausziehen”, informiert der Landesverband Hessen des Deutschen Mieterbunds. Dabei ist es unerheblich, ob andere Bewohner des Mietshauses schon Hunde halten. Der Vermieter habe das Recht, individuell zu entscheiden, befand das Landgericht Köln (Aktenzeichen: 6 S 269/09).

Unterschiedliche Urteile zu Katzenhaltung

Bei Katzen ist die Rechtsprechung unterschiedlich. Manche Gerichte zählen sie zu den Kleintieren, die immer erlaubt sind. Das Landgericht Hamburg billigt Mietern zum Beispiel die Katzenhaltung in der Wohnung zu, weil das zum vertragsgerechten Gebrauch gehöre (Aktenzeichen: 307 S207/95). Andere Gerichte zählen Katzen zu den größeren Tieren, für die eine Erlaubnis notwendig ist. Zumindest solange die Katzenhaltung nicht ausdrücklich im Mietvertrag verboten ist oder solange es keine Geruchsbelästigungen für die Nachbarn gibt, ist die Katzenhaltung nach Ansicht des Hessischen Mietervereins erlaubt.

Gleichgültig, was im Mietvertrag steht, Kleintiere dürfen immer gehalten werden, entschied der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen: VIII ZR 340/06). Der Vermieter darf die Haltung von Tieren nicht grundsätzlich untersagen. Hamster, Meerschweinchen, Schildkröten oder Aquariumsfische sind auch ohne seine Zustimmung erlaubt. Das gilt auch für Exoten wie Leguane, wenn sie artgerecht gehalten werden. Ein generelles, ausnahmsloses Tierhaltungsverbot im Mietvertrag sei sogar unwirksam, betont der Mieterbund. Das bedeutet, dass die Vertragsklausel rechtlich als nicht vorhanden gilt. Dann gibt es im Mietvertrag praktisch keine Regelung zur Tierhaltung. Das bedeutet, der Mieter könnte ohne weiteres mit seiner Katze einziehen, möglicherweise auch mit einem Hund. Trotzdem sollte er sicherheitshalber den Vermieter fragen, empfiehlt der Mieterbund. Das gilt besonders bei Exoten, aber auch bei Hund und Katze.

Auch Vögel sind besondere Fälle

Ist laut Mietvertrag die Haltung von Tieren in einem Terrarium erlaubt, darf nach Ansicht des Amtsgerichts Bückeburg eine ungiftige, 80 Zentimeter lange Königsnatter ins Haus geholt werden (Aktenzeichen: 73 c 353/99). 30 Giftschlangen sind dagegen verboten, urteilte das Landgericht Bochum (Aktenzeichen: 7 T 767/88). Auch gefährliche Tiere wie Krokodile haben in einer Wohnung nichts zu suchen, entschied das Amtsgericht Aachen (Aktenzeichen: 81 C 459/91).

Vögel sind noch einmal besondere Fälle. Gegen die Haltung von Wellensittichen ist an sich nichts einzuwenden, denn es sind Kleintiere. 100 frei fliegende Vögel in einer Zwei-Zimmer-Wohnung hielt das Landgericht Karlsruhe aber eindeutig für übertrieben (Aktenzeichen: 73 c 353/99). Größere Vögel wie Papageien oder Kakadus sind wegen des Lärms, den sie verursachen, besser in einem Zoo als in einem Mehrfamilienhaus aufgehoben.

Grundsätzlich sollten Mieter immer beachten, dass ihre Tierliebe nicht zu einer Belästigung oder gar Gefahr für die Nachbarn wird. Fühlen sich diese durch Lärm, Gerüche oder Schädlingsbefall infolge unsachgemäßer Tierhaltung gestört, dürfen sie sogar die Miete kürzen.
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