Lehrer dürfen für Zeugnis auch Gesamteindruck einbeziehen

Von: dpa
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Braunschweig/Oldenburg. Lehrer müssen sich bei den Noten für ein Abschlusszeugnis nicht an das Mittel der einzelnen Leistungsbeurteilungen aus einem Schulhalbjahr halten.

Sie dürfen auch den Gesamteindruck und die Tendenz zum Halbjahrsende einbeziehen. So kann ein Schüler zum Beispiel insgesamt ein „mangelhaft” erhalten, auch wenn seine schriftlichen und mündlichen Leistungen rein rechnerisch ein schwaches „ausreichend” ergeben.

Das geht aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Braunschweig hervor, auf den die Rechtsanwaltskammer Oldenburg hinweist (Az.: 6 B 149/10).

In dem Fall hatte ein Schüler kurz vor den Zeugnissen für zwei Vokabeltests im Fach Französisch die Note „ungenügend” erhalten. Die Lehrerin gab ihm daraufhin die Zeugnisnote „mangelhaft” - sie berücksichtigte die negative Tendenz zu Schuljahresschluss und stützte sich außerdem auf gravierende Lücken im Grundwissen.

Der Schüler wurde daraufhin nicht versetzt, weil er auch in Mathe eine Fünf hatte. Die Richter entschieden, die Französisch-Lehrerin habe die Notengebung ausreichend begründen können. Dass sich rein rechnerisch aus den Einzelnoten ein Schnitt von 4,41 - und damit noch die Note „ausreichend” - ergeben würde, sei dem unterzuordnen.

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