Kündigungsfristen: Lehrjahre künftig eher anrechenbar

Von: dpa
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Berlin. Die gesetzlichen Kündigungsfristen in Deutschland müssen geändert werden - das kommt auch Azubis zugute. Denn Lehrjahre lassen sich künftig eher auf die Beschäftigungsdauer anrechnen.

„Bisher ist der Grundsatz, dass Ausbildungszeiten erst ab dem 25. Lebensjahr zählen, wenn sie angerechnet werden”, sagte die Arbeitsrechtlerin Martina Perreng vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin dem dpa-Themendienst. Wer also zum Beispiel mit 24 eine Lehre angefangen hat, kann bislang nicht die volle Zeit angerechnet bekommen. Diese Regel dürfe nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nun nicht mehr angewendet werden.

Der EuGH hat am Dienstag entschieden, dass die gesetzlichen Kündigungsfristen hierzulande überarbeitet werden müssen (Rechtssache C-555/07). Das Gericht erklärte die Regel für unzulässig, wonach beim Berechnen der Fristen Beschäftigungszeiten erst ab dem 25. Lebensjahr berücksichtigt werden. Das betrifft auch viele Azubis: Denn sie absolvieren ihre Lehre in der Regel, bevor sie diese Altersgrenze erreicht haben. Das hat in der Praxis dazu geführt, dass viele ihre Lehrjahre nicht anrechnen lassen konnten - und dadurch verkürzte sich wiederum ihre Kündigungsfrist.

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