Klare Reparaturaufträge ersparen Ärger

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Werkstatt
Empfehlenswert ist ein Vorab-Check des Fahrzeugs auf der Hebebühne. Foto: dpa

Bonn. Im Spannungsfeld zwischen Autofahrer und Autowerkstatt kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Schlampige Arbeit, überhöhte Preise, unverlangte Leistungen - natürlich kostenpflichtig - lassen den Ärgerpegel steigen. Doch auch auf Seiten des Autofahrers gibt es mancherlei Mängel. Ganz obenan stehen unpräzise Aufträge.

„Ein Werkstattauftrag sollte so klar wie möglich sowie schriftlich vereinbart werden. Steht also die Reparatur wie etwa der Wechsel der Bremsscheiben und Bremsbeläge fest, empfehlen wir, dies auch so im Auftrag festzuhalten“ sagt Ulrich Dilchert, Rechtsexperte beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn. Pauschalaufträge wie „TÜV-fertig machen“ oder„Fit für den Urlaub“ führen hingegen schnell zum Streit über die Notwendigkeit für bestimmte durchgeführte Arbeiten.

Wer keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, sollte einen Kostenvoranschlag verlangen. „Er steckt für den Autofahrer grundsätzlich einen finanziellen Rahmen fest. Explodiert ein unverbindlicher Kostenvoranschlag um etwa 15 bis 20 Prozent der kalkulierten Summe, muss die Werkstatt den Kunden darüber informieren und das Einverständnis einholen, die Reparatur durchzuführen oder fortzusetzen“, erläutert der ZDK-Fachmann.

Sofern nichts anderes vereinbart wurde, kostet der Voranschlag nichts. Empfehlenswert ist darüber hinaus ein Vorab-Check des Fahrzeugs mit dem Kunden auf der Hebebühne. Während dieser sogenannten Dialogannahme ermittelt der Meister oder Werkstattmitarbeiter in Anwesenheit des Kunden den Reparaturumfang soweit wie möglich sowie die voraussichtlichen Kosten. Das Ergebnis wird Bestandteil des Reparaturauftrages.

Das Auto ist repariert. Ende gut, alles gut? „Nicht ganz“, meint Dilchert. Erst wenn die Reparatur vom Kunden abgenommen, die Rechnung geprüft und wie vereinbart bezahlt ist, sollten Fahrer und Fahrzeug vom Hof rollen.

Sollte es Ärger wegen der Rechnung oder Arbeitsqualität geben, kann der Autofahrer die kostenlose Hilfe der rund 130 Kfz-Schiedsstellen in Anspruch nehmen, wenn seine Werkstatt Mitglied einer Kraftfahrzeuginnung ist. Die Schiedsstellen klären Streitigkeiten zwischen Kunden und Werkstätten im Vorfeld einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Im vergangenen Jahr wählten 11.669 Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern diesen Weg.

Das klingt happig, doch tatsächlich ist die die Reklamationsquote der Kunden mit 0,01 Prozent verschwindend gering. Das Kfz-Gewerbe wickelte im Jahr 2013 insgesamt rund 74 Millionen Wartungs- und Reparaturaufträge sowie über vier Millionen Gebrauchtwagenverkäufe ab. Bei den Beweggründen für eine Beanstandung steht nach Angaben des ZDK die Rechnungshöhe mit 3617 Fällen knapp vor dem Punkt „unsachgemäße Arbeit“ (3524). Um nicht in Auftrag gegebene und trotzdem durchgeführte Arbeiten ging es in 2635 Fällen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert