Koblenz - In Wasserrutsche geklettert und verletzt: Selbst schuld

In Wasserrutsche geklettert und verletzt: Selbst schuld

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Koblenz. Wer in einem Schwimmbad in den Ausgang einer Röhren-Wasserrutsche klettert und verletzt wird, hat keinen Anspruch auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld. Darauf hat das Koblenzer Oberlandesgericht (OLG) am Mittwoch hingewiesen.

Eine Frau hatte sich in einem Freizeitbad im Kreis Neuwied die Brustwirbelsäule gebrochen, nachdem sie von unten in die Röhre gestiegen war. Sie sei auf der Suche nach der Bade-Attraktion „Schatzinsel” gewesen. Da kam ihr ein rutschender Badegast mit vollem Tempo entgegen und knallte gegen sie.

Mindestens 125.000 Euro Schmerzensgeld wollte die Frau beim Betreiber des Schwimmbads einklagen, weil dieser die „Schatzinsel” falsch ausgeschildert und kein Warnschild angebracht habe.

Dem gab das OLG keine Chance: Es sei „für einen umsichtigen Besucher ohne weiteres zu erkennen gewesen, dass es sich bei der Öffnung in der Wand nicht um den Zugang zur Schatzinsel gehandelt habe, sondern um die Austrittsöffnung einer Wasserrutsche”.

Warnhinweise seien nicht nötig gewesen: Der Betreiber des Bads habe nicht damit rechnen müssen, dass ein Besucher von unten in die Wasserrutsche hineinklettern würde, hieß es. Der Antrag der Frau auf staatliche Prozesskostenhilfe für eine beabsichtigte Klage wurde daher abgewiesen (Az.: 1 W 200/10).
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