Grundstücksverkauf auch gegen den Willen einzelner Miterben möglich

Von: dpa
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Koblenz/Berlin. Der Verkauf eines Grundstückes kann auch gegen den Willen einzelner Miterben einer Erbengemeinschaft zulässig sein. Voraussetzung ist, dass der materielle Wert des Erbes nicht gemindert wird. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden (Az.: 5 U 505/10), wie die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

In einer Erbengemeinschaft schlossen die spätere Klägerin und zwei weitere Miterben einen notariellen Vertrag über den Verkauf eines unbebauten Grundstücks. Käufer war eine Kirchengemeinde. Einer der Miterben verweigerte die Zustimmung zum Verkauf. Diesen verklagte eine Miterbin daraufhin.

Mit Erfolg: Der Beklagte müsse dem notariellen Vertragsschluss zustimmen, entschieden die Richter. Der Verkauf gehöre zu den möglichen Verwaltungsmaßnahmen einer Erbengemeinschaft. Die Verwaltung eines Nachlasses erschöpfe sich nicht in dessen Sicherung, Erhaltung und Nutzung, sondern könne auch den Verkauf von Nachlassgegenständen umfassen.

Allerdings seien Verkäufe, die eine „wesentliche Veränderung” nach sich zögen, gegen den Willen einzelner Miterben nicht möglich. Das heißt: Der materielle Wert dürfe nicht gemindert werden. Eine solche Gefahr sei bei diesem Grundstücksverkauf nicht gegeben, da der erzielte Kaufpreis durchaus angemessen sei.

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