Berlin - Gericht setzt Teilzeitwunsch per einstweiliger Anordnung durch

Gericht setzt Teilzeitwunsch per einstweiliger Anordnung durch

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Streiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer über eine Arbeitszeitreduzierung, kann das Arbeitsgericht den Teilzeitwunsch in dringenden Fällen auch per einstweiliger Verfügung durchsetzen.

So entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, dass eine Kaffeehaus-Kette dem Antrag einer Beschäftigten auf Verkürzung ihrer Wochenarbeitszeit um acht Stunden mit sofortiger Wirkung statt geben musste (Aktenzeichen: 15 SaGa 2286/11).

Die Angestellte hatte ihren Antrag auf Arbeitszeitverkürzung mit der Aufnahme eines berufsbegleitenden Fernstudiums begründet. Ihr Arbeitgeber lehnte den Antrag jedoch aus betrieblichen Gründen ab. Vor Gericht setzte sich die Arbeitnehmerin in erster Instanz durch, ihr Arbeitgeber legte daraufhin Berufung ein.

Die Richter am Landesarbeitsgericht bestätigten die Entscheidung des Arbeitsgerichts zumindest vorläufig und verurteilten den Arbeitgeber per einstweiliger Verfügung dazu, den Teilzeitwunsch der Klägerin zu erfüllen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung könne rund ein Jahr vergehen, hieß es zu Begründung. Damit hätte die Klägerin jedoch fast ein Drittel ihres Studiums parallel zu einer Vollzeittätigkeit und damit unter „unzumutbaren Arbeitsbedingungen” abgeleistet. Demgegenüber konnten die Richter keine unmittelbaren organisatorischen oder betrieblichen Gründe erkennen, die vonseiten des Arbeitgebers gegen eine Teilzeitbeschäftigung sprechen würden.

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