Genehmigter Urlaub nicht wegen Aschewolke verschiebbar

Von: dpa
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Flughafen Frankfurt/Main
Ein Reisender schläft im Terminal 2 auf dem Flughafen von Frankfurt am Main neben seinem Koffer auf einem Feldbett. Durch die riesige Aschewolke des isländischen Vulkans starten und landen nur vereinzelt Maschinen auf Deutschlands größtem Flughafen. Foto: dpa

Heidelberg/Berlin. Arbeitnehmer haben keinen Anspruch darauf, wegen der Aschewolke aus Island ihre Urlaubspläne im Job zu ändern.

„Sobald der Urlaub genehmigt wurde, ist auch der Arbeitnehmer daran gebunden”, sagte der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg dem dpa-Themendienst. Wollen Beschäftigte bereits bewilligten Urlaub verschieben, weil ihre Flugreise infolge des Vulkanausbruchs ausfällt, gehe das nur mit dem Einverständnis des Chefs.

Wenn der Arbeitgeber sagt: „Ich habe das jetzt so eingeplant, und der Urlaubsplan ist darauf ausgerichtet”, müssten Arbeitnehmer sich danach richten, erläuterte Eckert, der Vorstandsmitglied im Deutschen Anwaltverein in Berlin ist. Denn ein bewilligter Urlaubsantrag sei für beide Seiten verbindlich.

Es sei auch kein Argument für Beschäftigte, dass sie wegen höherer Gewalt nicht verreisen können. „Im Arbeitsrecht ist der Urlaub unabhängig davon, ob jemand eine gebuchte Reise auch antreten kann”, erklärte Eckert. Plant ein Beschäftigter eine Autofahrt nach Italien und das Auto muss in die Werkstatt, sei das auch kein Grund, den Urlaub zu verschieben.

Ist der Urlaub dagegen noch nicht genehmigt, sieht die Sache anders aus: So könnten Arbeitnehmer einen Urlaubsantrag zurückziehen, solange der Chef ihn noch nicht nicht bewilligt hat, erläuterte Eckert.

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