München - Erbrecht: Nichteheliche Kinder sollten Vaterschaft prüfen lassen

Erbrecht: Nichteheliche Kinder sollten Vaterschaft prüfen lassen

Von: dpa
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München. Nichteheliche Kinder werden im Erbrecht jetzt genauso wie eheliche Kinder behandelt - unabhängig davon, wann sie geboren wurden. Dies bedeute, dass sie auch gegenüber ihren nichtehelichen Vätern erb- und pflichtteilsberechtigt sind, erklärt Paul Grötsch, Geschäftsführer des Deutschen Forums für Erbrecht.

Nichteheliche Kinder sollten daher prüfen lassen, ob die Vaterschaft rechtlich feststehe.

„Denn zwingende Voraussetzung für eine Erbberechtigung jedes nichtehelichen Kindes ist, dass der Vater die Vaterschaft entweder formell anerkannt hat oder die Vaterschaft vom Gericht festgestellt wurde”, sagt Grötsch. Ist dies bisher nicht geschehen, sollte das nachgeholt werden, wenn das nichteheliche Kind seine Erbansprüche sichern will. Wirkt der Vater dabei nicht freiwillig mit, bleibe dem nichtehelichen Kind die Möglichkeit, die gerichtliche Feststellung zu beantragen.

Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, die seit Mitte April in Kraft ist. Damit wurden nichteheliche Kinder, die vor dem 1.7.1949 geboren wurden, ehelichen Kinder gleichgestellt. Bisher waren die betroffenen Kinder nicht erbberechtigt, wenn der Vater zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung seinen Wohnsitz in den alten Bundesländern hatte. Das neue Recht gilt für alle Erbfälle ab dem 29.5.2009.

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