Beifahrer hat nicht immer Mitschuld an Unfall eines Betrunkenen

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Nürnberg. Wer Beifahrer in einem verunglückten Auto war, an dessen Steuer ein Betrunkener saß, trägt bei dem Unfall eine Mitschuld.

Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn er noch ausreichend Gelegenheit hatte, das Fahrzeug zu verlassen, nachdem ihm die Trunkenheit des Fahrers bewusst wurde. Auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Naumburg weist die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline in Nürnberg hin.

In dem konkreten Fall sei der Beifahrer bei einem Zusammenstoß getötet worden. Sowohl er als auch der Fahrer seien schon bei der Abfahrt hochgradig alkoholisiert gewesen. Von dem wegen fahrlässiger Tötung verurteilten Fahrer habe der Sohn des Getöteten nun verlangt, ihm den gesamten künftig entstehenden Unterhaltsschaden zu ersetzen, der aus dem Unfalltod entstehen werde.

Zwar müsse sich der Beifahrer prinzipiell ein Mitverschulden anrechnen lassen, weil er in Kenntnis der Trunkenheit des Fahrers in dem Fahrzeug mitgefahren ist. „Doch im konkreten Fall bleibt fraglich, ob der Mann aufgrund seiner eigenen Alkoholisierung überhaupt die Möglichkeit hatte, das Fahrzeug vor dem Losfahren noch zu verlassen”, erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer die juristische Beurteilung.

Der Fahrer könne ohne Zustimmung des Beifahrers spontan losgefahren oder dieser in seinem Rausch eingeschlafen sein und die Abfahrt so verpasst haben. Da dies unaufgeklärt geblieben sei, komme ein Mitverschulden nicht in Betracht.(AZ: 1 U 72/10)
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert