Arbeitgeber darf Schichtwechsel nicht grundlos ablehnen

Von: dpa
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Freiburg/Berlin. Auch wenn Beschäftigte laut Tarifvertrag zur Nachtarbeit verpflichtet sind, können sie Anspruch auf einen Tagesarbeitsplatz haben. Der Arbeitgeber darf die Versetzung in eine Tagschicht nur ablehnen, wenn er nachweist, dass dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen.

Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Freiburg. Darauf weist die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin hin. In dem Fall (Az.: 7 Ca 218/09) hatte eine Mitarbeiterin geklagt, die in einem Drei-Schicht-Modell auch nachts eingesetzt wurde. Sie war der Ansicht, dass es für ihre Tätigkeit in der Produktion nicht nötig sei, in so einem Modell zu arbeiten.

Außerdem verwies sie darauf, dass eine Betriebsvereinbarung den Einsatz außerhalb dieses Modells ausdrücklich zuließ. Sie forderte daher, auf einen Tagesarbeitsplatz versetzt zu werden.

Damit hatte sie Erfolg. Zwar sei eine solche Versetzung nur möglich, wenn es einen passenden Arbeitsplatz gebe, erläuterten die Richter. Außerdem dürften dem Wunsch keine dringenden betrieblichen Erfordernisse entgegenstehen.

Solche Hindernisse müsse der Arbeitgeber aber belegen können. Den Nachweis sei er in diesem Fall aber schuldig geblieben. Und da auch die Betriebsvereinbarung eine Tätigkeit außerhalb des Drei-Schicht-Modells erlaube, müsse der Arbeitgeber der Versetzung zustimmen.

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