Kornwestheim - Anwaltstipp: Bei einer Rückrufaktion nicht zögern

Anwaltstipp: Bei einer Rückrufaktion nicht zögern

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Kornwestheim. Noch nie zuvor hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg so viele Rückrufaktionen gestartet wie im vergangenen Jahr: Insgesamt waren es 185.

Dabei wurden 1,19 Millionen Fahrzeughalter angeschrieben. In 114 Fällen wurde der Rückruf wegen der besonderen Gefährlichkeit des Mangels durch das KBA überwacht, wie aus dem KBA-Jahresbericht hervorgeht. „Obwohl Berichte über solche Aktionen immer wieder veröffentlicht werden, scheint vielen Autobesitzern nicht klar zu sein, wie solche Maßnahmen ablaufen und wozu sie ihrerseits verpflichtet sind”, sagte der auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Winter aus Kornwestheim.

„Grundsätzlich werden Betroffene entweder vom Hersteller direkt oder vom Kraftfahrtbundesamt über eine Rückrufaktion informiert”, sagt Winter. Werkstätten oder Fahrzeugverkäufer seien da zunächst außen vor. Gestartet werde eine Rückrufaktion, „wenn erhebliche Mängel die Verkehrssicherheit oder die Umwelt gefährden, betroffen sind hierbei sicherheitsrelevante Teile eines Fahrzeugs wie Lenkung, Bremse, Fahrwerk, Motor, Airbags, Sicherheitsgurte oder Ähnliches”.

Die Verantwortlichkeit für Rückrufaktionen liege immer und ausschließlich beim Fahrzeughersteller. Den Ruf in die Werkstatt sollte allerdings kein Autobesitzer missachten, rät Winter. Schließlich sei jeder Fahrzeughalter für den verkehrssicheren Zustand seines Fahrzeugs verantwortlich.

Adressenweitergabe dient der Sicherheit

Erfährt man von einer solchen Herstelleraktion und glaubt, sein eigenes Fahrzeug könne davon betroffen sein, sollte man sich alsbald Klarheit verschaffen und Hersteller oder Importeur kontaktieren. „Ist man sich sicher, dass das eigene Fahrzeug betroffen ist, hält jedoch kein Schreiben in Händen, sollte man sich dringend an den Hersteller oder Importeur wenden”, empfiehlt der Jurist jedem Fahrzeugbesitzer.

Nicht jeder Hersteller nutze nämlich bei einer Rückrufaktion die Halteranschriften, die beim KBA hinterlegt seien, und das Amt sei weder verpflichtet noch in der Lage, irgendwelche Anschreiben der Fahrzeughersteller betreffend Rückrufaktionen an die Halter weiterzuleiten.

Habe man das betroffene Fahrzeug bereits veräußert, sollte man dem Fahrzeughersteller die Adresse des Käufers mitteilen. „Das ist zwar keine Pflicht, aber Fairness gegenüber dem Käufer und dient dessen Sicherheit”, sagt Winter. Auch die Verschrottung des Fahrzeugs sollte dem Fahrzeughersteller mitgeteilt werden.

Hat man Zweifel an der Verkehrssicherheit seines eigenen Fahrzeugs, empfiehlt es sich, sich sofort mit dem Hersteller oder Importeur in Verbindung zu setzen und von diesem, so er eine Benutzung weiterhin für ungefährlich hält, sich eine schriftliche Bestätigung geben zu lassen.

Bei Missachtung des Rückrufs droht Stilllegung

Treten besonders gefährliche Mängel auf, müssen alle betroffenen Fahrzeuge umgehend nachgebessert werden. „Das Kraftfahrtbundesamt meldet deshalb am Ende einer solchen Aktion die nicht reparierten Fahrzeuge an die jeweiligen Zulassungsbehörden”, schildert der Rechtsanwalt den weiteren Ablauf. Die für das Fahrzeug zuständige Zulassungsbehörde könne sodann eine sogenannte Betriebsuntersagung ankündigen und durchsetzen.

„Zu verhindern ist dies durch die sofortige Reparatur in einer Herstellerwerkstatt und einem Nachweis gegenüber der Zulassungsbehörde”, sagt Winter. Vor einer „Betriebsuntersagung” werde ein Fahrzeughalter allerdings üblicherweise mehrfach durch den Hersteller über Mangel und Rückrufaktion informiert.
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