Alkoholabhängigkeit ist kein Kündigungsgrund

Von: dapd
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Mainz. Arbeitgeber dürfen einem alkoholabhängigen Beschäftigten nur dann krankheitsbedingt kündigen, wenn die Weiterbeschäftigung nachweislich unzumutbar ist. Dazu muss der Arbeitgeber unter anderem konkrete betriebliche oder wirtschaftliche Belastungen durch die Alkoholerkrankung nachweisen, wie das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschied (Aktenzeichen: 11 Sa 167/12).

In dem Fall waren die Anforderungen für eine rechtmäßige krankheitsbedingte Kündigung nach Ansicht der Richter nicht erfüllt. Zwar habe der Kläger, der in einer Großbäckerei arbeitete, eine Entzugstherapie abgebrochen. Daraus allein könne jedoch keine negative Prognose für den weiteren Verlauf der Alkoholerkrankung abgeleitet werden, erklärte das Gericht.

Zudem habe der Arbeitgeber weder konkrete Fehlzeiten des Klägers noch Belege für die Behauptung vorgelegt, dass er den Kläger nur noch eingeschränkt einsetzen könne. Entgegen der Auffassung des Arbeitgebers reiche es nicht aus, allgemein auf einen „gerichtsbekannten erheblichen Kontrollverlust von Alkoholikern” zu verweisen, um damit eine Kündigung zu rechtfertigen.

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