Online-Print ist in der Druckindustrie Wachstumsmotor

Von: rd
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Düsseldorf. Digitalisierung, das Internet sowie veränderte Kundenerwartungen sind die zentralen Herausforderungen für die Druckindustrie. Web-to-Print ist weiter im Aufwind und erweist sich als ein bedeutsamer Wettbewerbsvorteil unter den Konkurrenten am Markt.

Web-to-Print ist eine von vielen Reaktionen der Akzidenzdruckereien auf den Trend zur Digitalisierung und die zunehmende Online-Ausrichtung. Nach Zahlen des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) gibt es im Bereich Online-Print eine steile Umsatzentwicklung zu verzeichnen: Zwischen 2009 und 2014 ist der Umsatz der deutschen Online-Druck-Anbieter um etwa 24,6 Prozent jährlich gewachsen. 2,4 Milliarden Euro wurden 2014 erwirtschaftet, im Vorjahr waren es 2,1 Milliarden Euro.

Da Platzhirsche wie  Flyeralarm, Saxoprint, Vistaprint und Co. etwa 64 Prozent des gesamten Online-Print-Umsatzes generieren, wird es für kleinere Online-Print-Anbieter auf dem Markt immer enger. Nach einer Hypothese von Dr. Christian Maaß in dessen eigenem Blog "Netzbaron", ist zukünftig eine weitreichende Branchenkonsolidierung zu erwarten.

Die Vorreiterstellung nimmt dabei Vistaprint ein. Der weltweit größte Dienstleister der Branche, der auch unter dem Markennamen "Cimpress N.V." aktiv ist, hat erst im März den österreichischen Marktführer Druck.at für 23,3 Millionen Euro aufgekauft. Bereits zuvor war Cimpress mit vier großen Übernahmen in ganz Europa stark expandiert

Werbedrucksachen sind größter Umsatzbringer

Die Web-to-Print-Branche profitiert vom klassischen Werbedruck, aber auch von Online-Händlern, die diese Form der Werbung nutzen. Suchmaschinenmarketing steht bei ihnen zwar im Fokus, trotzdem setzen 18 Prozent der Online-Händler auch auf Printanzeigen und 13 Prozent auf Haushaltswerbung, wie eine Umfrage des Online-Konjunkturindex E-Kix ergab.

Das wirkt sich positiv auf die gesamte Druck-Branche aus, nach Angaben des BVDM lag der Produktionswert von Katalogen und anderen Werbedrucken 2014 bei rund 5,5 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 0,7 Prozent.

Kerngebiet für Online-Druckereien bleibt allerdings der Digitaldruck. Einer repräsentativen Studie zufolge, die im Vorfeld der drupa Messe 2016 als Teil des "drupa Global Insights" Reports veröffentlicht wurde, könnte sich das bestehende digitale Printvolumen verdoppeln, und zwar von 8 auf 14 Prozent. Die Zukunft liegt nach Branchenexperten vor allem in Hybridprodukten aus Offset- und Digitaldruck.

Klasse statt nur Masse im Online-Print

Das Erfolgskonzept von Online-Druckereien liegt im besonders kosteneffizienten Sammeldruckverfahren, die Einsparungen werden in Form niedriger Preise an die Kunden weitergegeben. Der Vertriebsweg über das Internet bringt eine besonders hohe Reichweite mit sich und punktet auch durch 24-Stunden-Bestellservice, transparente Preise und einfache Produkt-Konfiguration.

Wer zum Beispiel bei xposeprint Broschüren drucken lassen möchte, entscheidet sich zunächst für die gewünschte Bindung, wählt danach weitere Produkteigenschaften wie Materialart oder Veredelungen und schlussendlich die Auflage aus – alles mit wenigen Klicks. Der Versand des fertigen Produkts erfolgt kostenfrei.

Nachteil: Die Umsetzung individueller Wünsche ist kaum möglich. Dennoch kommen Online-Druckereien am Digitaldruck kaum mehr vorbei. Nach dem Fazit der drupa-Studie ist damit zu rechnen, dass kleinere Digitaldruck-Aufträge und kundenindividuelle Einzelexemplare nach und nach statische Printprodukte aus Massenfertigung ersetzen werden.  

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