Online-Handel boomt: B2B-Sektor immer stärker auf dem Vormarsch

Von: rd
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Berlin. Für Verbraucher gehört das Online-Shopping schon längst zu den alltäglichen Dingen des Lebens. Doch auch Unternehmen hierzulande setzen verstärkt auf das Internet, wenn es um die Beschaffung oder den Vertrieb von Waren und/oder Dienstleistungen geht.

Doch während der Normalverbraucher aus einer schier unüberblickbaren Anzahl an Online-Shops wählen kann, herrscht im B2B-Sektor noch Nachholbedarf. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Eine stolze Summe von über 70 Milliarden Euro soll der E-Commerce von 2015 bis zum Jahr 2019 erwirtschaftet haben. Damit rechnen zumindest Eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. – und Arthur D. Little nach der Auswertung ihrer Studie "Die deutsche Internetwirtschaft 2015–2019".

In diesem Zusammenhang ist allerdings nicht nur vom Handel ohne stationäres Geschäft (sprich "nur im Internet") die Rede, "Onlinehandel" schließe vielmehr auch alle juristisch verbindlichen und ökonomisch relevanten Prozesse ein, die damit verbunden sind – so wie verbindliche Preisauskünfte und Angebotsabgaben.

Online-Handel wächst unaufhörlich – und mit ihm der B2B-Sektor

Bis 2019 soll der Online-Handel jährlich um durchschnittlich 13 Prozent wachsen. Als eines der größten Segmente mit einem starken Wachstumspotenzial sehen die Experten den "E-Commerce B2B" an. Während die Umsätze 2015 noch bei knapp 27 Milliarden Euro lagen, werden in diesem Jahr knapp 35 Milliarden erwartet.

2019 sollen die Gesamtumsätze im B2B-Sektor sogar auf 46 Milliarden Euro ansteigen. Arthur D. Little beobachtet seit Jahren, dass inzwischen auch immer mehr traditionelle Unternehmen verstärkt auf den B2B-Direktvertrieb via Internet setzen.

Wer früher ein solides Transportgerät oder einen Hubwagen der renommierten Marke Ameise brauchte, bekam diese ausschließlich beim Fachhändler. Seit 2006 lassen sich diese auch online unmittelbar vom Hersteller erwerben.

Mit seinem Jungheinrich PROFISHOP bietet die Jungheinrich AG inzwischen über 36.000 Artikel aus sieben Themenwelten über das Internet an, die den gesamten Bedarf an Betriebsausstattung decken. Und das ist nur ein Beispiel dafür, wie erfolgreicher "E-Commerce B2B" in der Praxis aussehen kann. Der Trend geht allgemeinhin zum E-Procurement (Beschaffung) und zum Internet-basiertem Absatz.

Hat Deutschland dennoch insgesamt zu wenige B2B-Online-Händler?

Durch die Digitalisierung und einen hohen Automatisierungsgrad würde der E-Commerce im B2B-Sektor immer weiter an Attraktivität gewinnen. Auch wenn das Geschäft mit Privatkunden und Konsumenten (B2C) weiterhin den Kernbereich des E-Commerce bildet, ist bereits rund ein Drittel der Beschäftigten (ca. 100.000) der Internetwirtschaft in Deutschland im B2B-Segment zu finden. Eine Studie von Creditreform und dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) zeigt allerdings, dass es hierzulande weiterhin zu wenig Online-Händler im B2B-Sektor gibt.

Demnach wollen sich immer mehr Unternehmens-Kunden online über bestimmte Produkte informieren. Das Angebot, das in Deutschland durch die rund 5.500 Online-Händler (hier wird die Anzahl der Beschäftigten auf 201.000 geschätzt) abgedeckt wird, sei den Studienergebnissen nach noch zu gering.

Bisher wird die Lücke durch unterschiedliche Marktplätze geschlossen. Diese ermöglichen allen B2B-Anbietern zwar eine Teilnahme ohne zusätzliche IT-Investitionen, verschärfen allerdings auch die direkte Preiskonkurrenz.

Auch die Logistikbranche bleibt vom Online-Boom nicht unberührt

Dass der Online-Handel insgesamt stark wächst, bekommen derzeit auch die Logistik- und Paketzentren stark zu spüren. Für sie wird die Dauerlast, die mit dem boomenden E-Commerce einhergeht, immer größer. Einerseits sind die Logistikunternehmen bemüht, von dieser rasanten Entwicklung zu profitieren. Andererseits macht diese zusätzliche Investition notwendig, um den Ausbau ihrer Paketnetze voranzutreiben.

Und das wird sich in Zukunft wohl auch kaum vermeiden lassen. Denn einer Untersuchung der Unternehmensberater von McKinsey aus dem Jahr 2016 zufolge soll sich das Paketvolumen (B2C Lieferungen) bis 2025 verdoppeln. Es dürften in naher Zukunft also noch so einige moderne Paket- und Logistikzentren aus dem Boden schießen.

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