Müll in den Ozeanen: Wie und warum Plastikmüll vermeiden

Von: rd
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Hamburg . Organisationen wie Greenpeace und der BUND haben längst Alarm geschlagen: Die Ozeane versinken im Plastikmüll. Bis zu 13 Millionen Tonnen Abfälle gelangen jährlich ins Meer.

Schätzungen zufolge haben sich dort bereits 150 Millionen Tonnen angesammelt – die Dunkelziffer ist unbekannt. Die Folgen für Natur und Mensch sind verheerend. Dabei kann jeder Einzelne im Alltag versuchen, auf Plastikmüll zu verzichten.

Im europäischen Vergleich produzieren die Deutschen am meisten Verpackungsmüll – was davon nicht fachgerecht entsorgt wird, landet früher oder später im Meer. Und dort bleibt es auch für sehr lange Zeit. Bis zur völligen Zersetzung einer Plastikverpackung dauert es zwischen 350 und 400 Jahren.

Der Kunststoff enthält zudem Stoffe, die für die Natur giftig sind, und zieht auch noch weitere Schadstoffe an – die schließlich in die Nahrungskette gelangen und Tiere wie Menschen gefährden. Dabei ist das Plastik meist gar nicht mehr mit bloßem Auge sichtbar. Sogenannte Mikroplastik-Teilchen befinden sich inzwischen überall in den Meeren – im Mittelmeer beispielsweise sollen es bereits 300.000 solcher Teilchen auf jedem Quadratkilometer sein.

Ein Umdenken ist also bitter nötig. Das Problem: Plastik ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Sogar das Obst wird im Supermarkt in Plastik verpackt, und statt aus Gläsern oder Keramikbechern trinken viele aus Plastikbechern, die nach einmaligem Gebrauch weggeschmissen werden – nur zwei offensichtliche Beispiele dafür, wie allgegenwärtig das Plastik in unserem Alltag ist. Was können wir selbst daran ändern?

Kleidung aus natürlichen Fasern tragen

Woran manche gar nicht denken: Auch unsere Kleidung trägt zur Verschmutzung der Ozeane mit Kunststoffpartikeln bei. Denn bei jeder Wäsche lösen sich tausende kleine Fasern. Das Problem hierbei sind Synthetik-Fasern: Diese können die Waschmaschinen nicht aus dem Wasser filtern, wodurch sie ins Abwasser, von dort aus in die Kläranlagen, dann in die offenen Gewässer und letztendlich in die Meere gelangen.

Laut einer Studie der britischen Plymouth University werden bei einer durchschnittlichen Wäsche bis zu 730.000 Fasern aus Acrylgewebe, 496.000 aus reinem Polyester und 138.000 aus Polyester-Baumwoll-Mischgewebe ans Wasser abgegeben. Synthetik-Fasern sind biologisch nicht abbaubar und sammeln sich daher in den Gewässern an. Dadurch steigt die Zahl der Mikroplastik-Teilchen dort immer weiter.

Man sollte also auf Kleidung aus synthetischen Fasern so gut wie möglich verzichten und stattdessen zu Stücken aus Naturfasern wie Baumwolle, Hanf, Wolle, Seide und Leinen greifen. Mittlerweile springen auch mehr und mehr Unternehmen auf den Zug dieser nachhaltigen Mode auf. So bietet zum Beispiel s.Oliver ein breites Sortiment an Leinen-Kleidung an.

Plastik beim Einkaufen vermeiden

Verpackungsfolien, Einkaufstüten, Plastikflaschen – Kunststoff ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Den meisten fällt gar nicht mehr auf, wie viel Plastikmüll sie produzieren. Dabei kann man die Menge tatsächlich mit kleinen Veränderungen im Alltag reduzieren.

So sollte man im Supermarkt gänzlich auf Plastiktüten verzichten und nur mit Stoffbeuteln einkaufen gehen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Geldbörse. In herkömmlichen Supermärkten besteht das Problem, dass viele Lebensmittel verpackt sind, die es gar nicht sein müssten: Ob Bananen in Plastik, oder einzelne Kekse in Folie, die bereits in einer großen Plastikverpackung liegen. Dies kann man vermeiden, in dem man bewusst darauf achtet, ausschließlich Gemüse und Obst ohne Verpackung zu kaufen.

Bei anderen Lebensmitteln gestaltet sich die Sache etwas schwieriger. Hierfür gibt es aber mittlerweile auch Lösungen. Sogenannte "Unverpackt"-Läden verkaufen nur unverpackte Waren, die die Kunden kaufen und in mitgebrachten Dosen mit nach Hause nehmen können.

Kaffee bewusster genießen

Außerdem kann unnötiger Plastikmüll vermieden werden, indem man zum Beispiel auf To-go-Becher verzichtet und sich stattdessen den morgendlichen Kaffee in einen mitgebrachten Thermo- oder Keramikbecher füllen lässt. Wer zu Hause Kaffee trinkt, sollte auf Kaffeekapseln verzichten und Röstkaffee bevorzugen. Allein im Jahr 2015 wurden 20.600 Tonnen Kaffeekapseln verkauft – Tendenz steigend. Das Problem: Während eine 500-Gramm-Packung Kaffee aus rund 15 Gramm Verpackung besteht, macht die Verpackung laut Spiegel Online bei einer Kapsel zwei bis drei Gramm pro sechs bis sieben Gramm Kaffee aus.

Jeder Einzelne kann also im Alltag darauf achten, Plastikmüll zu vermeiden. Entsprechend informieren kann man sich etwa auf bund.net.

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