Zungenbrennen: Arzt muss die Ursache klären

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Bingen. Zungenbrennen ist eine unangenehme Sache: ein brennendes, stechendes Gefühl im Mundraum, das sich nicht nur auf der Zunge ausbreitet, sondern zusätzlich auf Gaumen und Lippen übergehen kann. Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit können hinzukommen.

„Bei Zungenbrennen sollte man auf jeden Fall einen HNO-Arzt oder einen Zahnarzt aufsuchen”, sagt Iris Kärcher, HNO-Ärztin aus Bingen. Denn es gäbe viele mögliche Auslöser, und nur wenn der richtige gefunden sei, könne die Behandlung erfolgreich verlaufen. „Beispielsweise kommt eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans oder dem Herpes-Simplex-Virus als Auslöser in Frage.”

Auch Milieuverschiebungen der Mundflora aufgrund von Antibiotika, Chemotherapie oder einer Immunschwäche könnten für das unangenehme Brennen verantwortlich sein, erläutert Kärcher. Genauso wie ein Mangel an Eisen, Vitamin-B12, und Folsäure.

Als weitere Auslöser kämen in Betracht: Zahnkaries, eine Erkrankung der Speicheldrüsen, aufsteigende Magensäure, eine Schilddrüsenunterfunktion, Leberzirrhose oder hormonelle Störungen. Was viele Betroffene nicht wissen: „Bei ACE-Hemmern, trizyklisch Antidepressiva und Diuretika kann Zungenbrennen als Arzneimittel-Nebenwirkung auftreten”, sagt Kärcher.

Welche der Ursachen nun im individuellen Fall verantwortlich ist, müsse der Arzt herausfinden. „Dies kann durch eine Blutentnahme oder einen Zungenabstrich erfolgen”, sagt die Ärztin. Gleichzeitig könnte der Patient dem Arzt helfen, indem er erläutert, ob er seit kurzem neue Medikamente einnimmt oder etwas Besonderes gegessen hat. Um die Ursachen sicher zu klären, sei es im Zweifelsfall hilfreich sowohl einen HNO-Arzt als auch einen Zahnarzt aufzusuchen, rät die Expertin.

„Genauso zahlreich wie die Auslöser sind zwangsläufig auch die Therapiemaßnahmen”, sagt Kärcher. Wenn eine Pilzinfektion der Auslöser ist, sollte beispielsweise mit Antimykotika behandelt werden. Des Weiteren könnte - ursachenabhängig - eine Zahnsanierung oder eine Hormonersatztherapie helfen.

„Um die begleitende Mundtrockenheit loszuwerden, sollte man Kaugummi kauen und saure Bonbons oder Butterflöckchen lutschen”, rät die Fachfrau. Tritt mit dem Zungenbrennen gleichzeitig ein Zungenbelag auf, so könnten Betroffene diesen problemlos mit Hilfe eines Zungenschabers oder einer weichen Zahnbürste beseitigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert