Zu hohe Arbeitsbelastung macht depressiv

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Dortmund. Dauerstress im Job kann psychisch krank machen: Je höher die Arbeitsbelastung ist, umso eher erkranken Beschäftigte an einer Depression.

Das hat eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund ergeben. Der Handlungsspielraum bei der Arbeit ist dagegen kein entscheidender Risikofaktor für die Anfälligkeit für seelische Leiden. Arbeitnehmer werden also nicht nachweislich öfter depressiv, wenn der Chef ihnen nur wenig Freiheiten lässt.

Für die Studie wurden 517 Beschäftigte aus drei Branchen (Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen und Öffentlicher Dienst) untersucht. Ihre Arbeitsbedingungen wurden dabei unabhängig von der Sicht des Beschäftigten bewertet.

Um einer Überlastung vorzubeugen, seien regelmäßige Mitarbeitergespräche ein gutes Mittel, empfiehlt die BAuA. Denn häufig steckten unrealistische Anforderungen dahinter, wenn Beschäftigte vor dem Berg von Arbeit auf ihrem Schreibtisch kapitulieren und psychisch krank werden. Das könne zum Beispiel bedeuten, dass Termine sich nicht einhalten lassen. Oder Mitarbeiter haben nicht die nötigen Arbeitsmittel wie eine passende Software, um ihre Aufgaben wie gefordert zu erledigen.

Solche Probleme könnten Mitarbeiter ansprechen, wenn sie in einem Jahresgespräch mit dem Chef berufliche Ziele vereinbaren. Sinn machen solche Gespräche der BAuA zufolge aber nur, wenn der Vorgesetzte Mitarbeitern ein Mitspracherecht bei den Zielvorgaben einräumt.

Einseitige Festlegungen bewirkten dagegen leicht, dass die Vorgaben als ungerechtfertigt oder unerreichbar empfunden werden. Beschäftigte sollten mit dem Chef auch vereinbaren, dass die Ziele in regelmäßigen Abständen überprüft und eventuell angepasst werden - so lasse sich rechtzeitig auf Probleme reagieren.

Psychische Störungen führen den Angaben nach immer häufiger zu Krankschreibungen - insbesondere Depressionen sorgen für viele Ausfalltage. So ist die Zahl psychisch bedingter Krankschreibungen nach Angaben der Techniker Krankenkasse in den vergangenen zehn Jahren bundesweit um fast 40 Prozent gestiegen. Seelische Störungen sind demnach heute einer der Hauptgründe für Fehlzeiten von Beschäftigten.
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