Zigarettenrauch fördert chronische Nasen-Nebenhöhlenentzündung

Von: ddp
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Chicago. Passivrauchen erhöht das Risiko, eine chronische Nasen-Nebenhöhlenentzündung zu entwickeln. Darauf deutet eine amerikanisch-kanadische Studie hin, in der Daten von Betroffenen mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen wurden.

Ergebnis: Es existiert ein deutlicher statistischer Zusammenhang zwischen einer langwierigen Entzündung der Nasen- oder Nebenhöhlenschleimhaut und der Häufigkeit, mit der die Probanden zuvor Zigarettenrauch ausgesetzt gewesen waren.

Dieser Zusammenhang war so stark, dass nach Ansicht der beteiligten Forscher bis zu 40 Prozent aller Fälle von chronischer Nasen-Nebenhöhlenentzündung auf das ungewollte Einatmen von Zigarettenrauch zurückzuführen sein könnten.

Die Wissenschaftler raten Risikogruppen und Betroffenen daher dringend, Raucherbereiche zu meiden. Ihre Arbeit beschreiben Martin Tammemagi von der Brock University im kanadischen St. Catharines und seine Kollegen im Fachblatt „Archives of Otolaryngology - Head & Neck Surgery” (Bd. 136, S. 327).

Bei der aktuellen Studie handelt es sich um eine sogenannte Fall-Kontroll-Studie, in der bestimmte Faktoren in der Vergangenheit einer Gruppe Betroffener mit denen einer Gruppe Gesunder verglichen werden.

In diesem Fall befragten die Forscher 306 Freiwillige, bei denen eine chronische Nasen-Nebenhöhlenentzündung diagnostiziert worden war, zu früheren medizinischen Vorfällen, ihrem Lebensstil und vor allem dazu, wie häufig sie zu Hause, an ihrem Arbeitsplatz, in öffentlichen Gebäuden oder auf privaten Feiern Zigarettenrauch ausgesetzt waren.

Diese Daten verglichen sie dann mit denen einer Kontrollgruppe aus ebenfalls 306 Freiwilligen, die keine Probleme mit ihren oberen Atemwegen hatten.

Die Betroffenen waren in allen Bereichen häufiger mit Zigarettenrauch in Kontakt gekommen als die Kontrollpersonen, ergab die Auswertung. Am größten war der Unterschied am Arbeitsplatz und auf privaten Treffen und Feiern: Von der Kontrollgruppe gaben 6,9 beziehungsweise 27,8 Prozent an, dort passiv geraucht zu haben, während der Anteil bei der Gruppe der Betroffenen bei 18,6 und 51,3 Prozent lag.

Zudem habe es eine klare Dosis-Abhängigkeit des Risikos gegeben, schreiben die Forscher: Diejenigen, die besonders häufig Passivraucher gewesen waren, hatten auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Entzündungen in ihren Atemwegen.

In Zigarettenrauch gebe es mehr als 4000 verschiedene Substanzen, von denen wenigstens 50 krebserregend sind oder im Verdacht stehen, es zu sein, erläutern die Forscher. Da Passivrauchen bereits als Risikofaktor für plötzlichen Kindstod, akute Atemwegsinfektionen, Asthma und eine ganze Reihe anderer Erkrankungen identifiziert wurde, verwundere seine Beteiligung an der Entstehung chronischer Nasen-Nebenhöhlenentzündungen nicht.

Zu klären sei nun, was der Rauch genau anrichte. Denkbar sei, dass er die Anfälligkeit für Infekte erhöht, bereits vorhandene Infektionen verschlimmere oder aber die Immunreaktion des Körpers störe.
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