Zeitung: Privatversicherte machen von Wechselrecht keinen Gebrauch

Von: ddp
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<b>Berlin.</b< Die Mitglieder der Privaten Krankenversicherung (PKV) machen von ihrem Kassen-Wechselrecht offenbar keinen Gebrauch.

Von den rund 8,6 Millionen Privatversicherten habe bisher nahezu niemand die Möglichkeit eines Kassenwechsels genutzt, berichtet die „Welt am Sonntag”.

Seit Jahresbeginn besitzen PKV-Mitglieder ein Wechselrecht. Die Versicherer verzeichnen jedoch weder verstärkte Abwanderungen noch Zugänge. So habe die DKV bislang einen einzigen Wechsler registriert. Der größte private Krankenversicherer, die Debeka, komme auf ganze zehn. Bei Central und Allianz sehe es ähnlich aus. Bis zum 30. Juni können Kunden noch ihre Versicherung wechseln.

Dem Bericht zufolge verhindert die Kalkulationsverordnung, dass es zu einem Wettbewerb in der PKV kommt. Diese Verordnung enthalte gravierende Einschränkungen zum Vorteil der Versicherer. So könnten die Bestandskunden den Anbieter zwar wechseln. Die Alterungsrückstellungen dürfen allerdings nur in Höhe des Basistarifs mitgenommen werden. In der Regel entspreche das 30 bis 60 Prozent der bislang gebildeten Rückstellungen. Zudem müsse der Wechselwillige beim neuen Versicherer zunächst einmal ganze 18 Monate im Basistarif verharren, bevor er in einen hochwertigeren Tarif wechseln dürfe. Der Basistarif enthält jedoch weniger Leistungen als in anderen Tarifen und ist zudem in vielen Fällen wesentlich teurer. „Im Basistarif müssen bis auf wenige Ausnahmen 570 Euro im Monat gezahlt werden”, zitiert die Zeitung einen Experten. Hinzu kommen die Beiträge für die Pflegeversicherung, das Krankentagegeld und Ausgaben für eine Anwartschaft.

Ein Sprecher des Verbandes der privaten Krankenversicherung sagte der Zeitung, ohne diese Einschränkung hätten lediglich gesunde und junge Privatversicherte von ihrem Wechselrecht Gebrauch gemacht. Dies hätte zu einer „Entsolidarisierung der Gesunden und Kranken” geführt.
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