Lüdinghausen - Zeigt her eure Füße: Pflegetipps für die Sandalenzeit

Zeigt her eure Füße: Pflegetipps für die Sandalenzeit

Von: Nicola Menke, dpa
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Sandalen Füße
Socken aus und in die Sonne gestreckt: Damit nackte Füße bei schönem Wetter ansehnlich sind, sollten sie einem Basis-Pflegeprogramm unterzogen werden. Foto: dpa

Lüdinghausen. Endlich ist die kalte Jahreszeit vorbei - und so, wie die Temperaturen steigen, werden die Outfits knapper: T-Shirt statt Pulli, Trägerkleidchen statt Woll-Kombi, Sandalen statt Stiefel. Um dabei eine gute Figur zu machen, sagen viele ihren überflüssigen Pfunden den Kampf an oder gehen ins Solarium, um die Winterblässe loszuwerden.

Damit das Gesamtbild stimmt, sollte man auch seine Füße nicht vergessen und sie sommerschön pflegen.

„In unseren Breitengraden fristen die Füße den Großteil des Jahres über ein dunkles Dasein. Versteckt in Strümpfen und Schuhen sind sie der Beachtung entzogen”, erklärt Annett Ullrich vom Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands in Lüdinghausen (Nordrhein-Westfalen). Anders im Sommer: In Flip-Flops und Co. rücken die Füße ins Blickfeld. Und was man sieht, ist nicht immer schön: Seien es überlange Nägel, Hornhaut oder Hühneraugen.

Dabei sind sommerschöne Füße kein Hexenwerk - meist genügt schon ein bisschen Pflege, um aus Pfui Hui zu machen. „Erst einmal sollte man sich die Zeit nehmen, sich seine Füße anzuschauen und zu überlegen: Was ist störend, wo sollte man etwas machen”, rät Ullrich. Je nach Befund seien dann unterschiedliche Maßnahmen angezeigt. Manche davon könne man selbst in die Hand nehmen, andere sollte man einem Fußpflege-Profi überlassen.

Um einen gesunden Durchschnittsfuß in Schuss zu bringen, tut es oft schon ein Grundpflegeprogramm - in Eigenregie oder von einer Fachkraft. „Dazu braucht man in Prinzip nur Fußbadesalz, Peeling, einen Hornhautschwamm oder -stein, gute Nagelfeilen und eine Pflegecreme für Haut und Nägel”, zählt Renate Donath vom Bundesverband Deutscher Kosmetikerinnen auf. Am Anfang steht ein warmes Fußbad. Das weicht Haut und Nägel sanft auf, so dass sie gut bearbeitet werden können. „Wählt man einen basischen Zusatz, wirkt es gleichzeitig rückfettend und macht die Füße schön weich und geschmeidig”, ergänzt Donath.

Nach dem Bad geht es der überschüssigen Hornhaut an den Kragen. Manchmal genügt dazu schon das kräftige Abrubbeln mit einem groben Frottee-Handtuch oder ein Fußpeeling mit Rubbelkörperchen. Bei sehr ausgeprägter Hornhaut bedarf es härterer Geschütze: eines Bimssteins etwa oder einer Feile aus Mineralquarz. „Wichtig ist, dass nicht zu viel Hornhaut entfernt wird”, erklärt Tatjana Pfersich vom Verband deutscher Podologen in Platting (Bayern). Sonst sei die Verletzungsgefahr groß, und man nehme dem darunterliegenden Gewebe seinen Schutz vor Reizen wie Druck und Hitze und dem Eindringen schädlicher Keime und Bakterien.

Letzter Punkt auf der Grundhautpflege-Agenda ist das Eincremen. Das Pflegeprodukt sollte dem Hautzustand entsprechen: „Bei sehr trockenen Füßen empfiehlt sich beispielsweise eine Kräutercreme. Und wenn es darum geht, raue Haut geschmeidig zu machen, ein pflanzliches Samenöl - etwa aus Aprikosenkernen”, sagt Donath.

Dann sind die Fußnägel dran. Damit sie gepflegt wirken, sollten sie relativ kurz und gerade gehalten werden - die Ecken leicht abgerundet. Das geht mit Schere oder Knipser, aber auch mit der Feile. „Das schönste Ergebnis erzielt man aber, wenn man die Nägel in Form feilt”, erklärt sie. Anschließend könne man sie noch polieren und eine Nagelcreme einmassieren, um sie geschmeidig zu halten und zu verhindern, dass sie brechen.

Ist die Grundpflege einmal umfassend absolviert, genügen meist kleinere Maßnahmen, um den sommerschönen Ist-Zustand der Füße längerfristig aufrechtzuerhalten. Etwa beugt tägliches Eincremen dem Entstehen neuer Hornhaut vor und vermindert das Austrocknungsrisiko der Haut. Wer bei warmen Sommertemperaturen übermäßig an den Füßen schwitzt, kann sich mit speziellem Fußpuder und -spray Abhilfe verschaffen. „Oder auch lauwarme Fußbäder mit Eichenrindenextrakt oder Salbei - beide vermindern die Schweißbildung”, ergänzt Ullrich.

Mit etwas Zeit, Mühe und Know-How also kann man selbst einiges tun, um seine Füße salonfähig zu machen. „Auf der anderen Seite gibt es aber auch Problemstellungen, von denen man als Laie unbedingt die Finger lassen sollte”, erklärt Ullrich. Neben übermäßigen Hornhautablagerungen ist das etwa bei Rissen in der Fußsohlenhaut - sogenannten Schrunden - der Fall. „Oder bei Schwielen und Hühneraugen. Sie wachsen von außen nach innen und dürfen deshalb nur von einem Podologen entfernt werden - zum Beispiel mit dem Skalpell”, erläutert Pfersich. Lege man selbst mit Hobel oder Schere Hand an, berge das ein großes Verletzungsrisiko.

Ebenfalls nicht anzuraten ist Eigeninitiative bei bestimmten Problemen mit den Nägeln. „Dazu zählen unter anderem Nagelpilz sowie verdickte oder eingewachsene Nägel”, betont Pfersich. Versucht der Laie, ihnen zu Leibe zu rücken, verschlimmert er sie oft nur: So kann der Versuch, einen pilzbefallenen Nagel durch Abfeilen ansehnlicher zu machen, dazu führen, dass die Erkrankung sich ausbreitet. Und wer sich bemüht, die hautüberwachsene Ecke eines Nagels selbst freizulegen, riskiert eine Infektion.
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