Zahnarztkosten steigen womöglich drastischer als geplant

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Berlin. Die privaten Krankenversicherungen warnen vor einer erheblichen Verteuerung der Zahnbehandlungen.

Davon seien nicht nur Privatversicherte betroffen, sondern auch Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen, berichtet die Tageszeitung „Die Welt” (Dienstagausgabe). Nach Angaben des Verbands der privaten Krankenversicherungen (PKV) werden die Kosten sogar mehr als doppelt so stark steigen wie vom Bundesgesundheitsministerium vorhergesagt.

Anlass für die Warnung ist die Überarbeitung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Sie ist die Basis, auf der Zahnärzte mit Privatpatienten abrechnen. Bekommen gesetzlich Versicherte mehr als nur die Standardversorgung, wird diese Behandlung ebenfalls auf Grundlage der GOZ abgerechnet.

Das Bundesgesundheitsministerium erwartet, dass die Zahnärzte mit dem neuen Abrechnungsverzeichnis etwa sechs Prozent mehr Honorar bekommen. Das wären etwa 345 Millionen Euro. Der PKV-Verband schreibt dagegen in einer Stellungnahme zum Entwurf für die Neufassung der Gebührenordnung: „Realistisch erscheint die Annahme eines Anstiegs um mindestens 14 Prozent.” Am Ende könnte das Honorar sogar um fast 20 Prozent steigen.

Dass die Privatversicherer eine mehr als doppelt so hohe Steigerung voraussagen, liegt daran, dass Zahnärzte bei Privatrechnungen einen gewissen Spielraum haben. Sie können den Gebührensatz, der zur jeweiligen Behandlung gehört, mit unterschiedlichen Steigerungsfaktoren multiplizieren. In der Regel ist dies der Faktor 2,3. Schon jetzt aber gehen die Zahnärzte nach Angaben der PKV immer häufiger darüber hinaus: Von 2000 bis 2009 habe sich die Zahl der Abrechnungen, bei denen mehr als der Faktor 2,3 verwendet wurde, um fast 65 Prozent erhöht, heißt es in der Stellungnahme der PKV.
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