Zahnärzte wollen mehr mit Allgemeinmedizinern forschen

Von: Max-Morten Borgmann, dpa
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Parodontologe Hans-Dieter John demonstriert erstmals eine neuartige Dentalkamera die eine schmerzfreie Zahnfleischbehandlungen ermöglicht. Foto: ddp

Frankfurt/Main. Zwischen Diabetes und schlechten Zähnen gibt es vermutlich noch eine andere Verbindung als nur den Zucker. „Wir wissen zwar noch nicht, wie es kausal zusammenhängt”, sagte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dietmar Oesterreich, der Nachrichtenagentur dpa. „Aber es gibt Auffälligkeiten, die zeigen, dass Diabetes und auch viele Herz-Kreislauf-Krankheiten stark mit der Mundhöhle zusammenhängen, zum Beispiel mit Parodontitis.”

Die Zahnmediziner wollen deswegen künftig enger mit ihren Kollegen aus anderen medizinischen Bereichen zusammenarbeiten und mehr gemeinsam forschen. Die tiefere Kooperation ist eines der Themen, über die die Dentisten von Freitag an auf dem Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt diskutieren. Daneben geht es auch um neue Technik wie die Laser-Abtastung der Zähne auf der Suche nach Karies oder digitales und dreidimensionales Röntgen.

Dreidimensionales Röntgen

Während die digitale Durchleuchtung die Strahlenbelastung für Patienten verringern soll, funktioniert das dreidimensionale Röntgen ähnlich wie die Computertomographie. Es ist allerdings nicht für die Alltagsversorgung der Patienten gedacht. „Das ist eine spezielle Technologie für chirurgische Eingriffe, die bei komplizierten Fällen sinnvoll ist”, sagt Oesterreich. Gerade wenn Zahnimplantate gesetzt werden und nicht klar ist, wie der Knochen beschaffen ist, könnten diese 3D-Bilder hilfreich sein.

Weil gesetzliche Krankenkassen seit 2005 einen Zuschuss geben, steige auch die Zahl der Implantate stetig. Der BZÄK-Vize schätzt, dass pro Jahr etwa 500.000 bis 800.000 solcher Zahneinbauten vorgenommen werden. Geld gibt es allerdings nur für die Krone, die am Ende auf das im Kiefer verankerte Implantat gesetzt wird. „Die Kosten liegen bei etwa 800 bis 1000 Euro für das Implantat, dazu kommt noch einmal ungefähr derselbe Betrag für die Krone”, sagt Oesterreich.

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