Zahl der Menschen mit Diabetes steigt

Von: epd
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Münster. Anlässlich des Weltdiabetestages am Samstag, 14. November, haben Gesundheitsexperten auf den weiter starken Anstieg der Erkrankungen hingewiesen. In Deutschland seien rund acht Millionen Menschen betroffen, erklärte der Diabetologe Reinhold Gellner vom Universitätsklinikum Münster.

Bei der Gruppe der 20- bis 79-Jährigen liege die Zahl der erkrankten Menschen inzwischen bei zwölf Prozent. Häufigste Gründe für den Typ-2-Diabetes seien Übergewicht und damit oft einhergehender Bewegungsmangel. Der Oberarzt der Diabetes-Ambulanz in Münster forderte mehr Vorbeugemaßnahmen wie etwa ein Screening von Risikopatienten, ähnlich dem Hautkrebs-Screening.

Besorgniserregend sei vor allem der Anstieg der Fälle von Typ-2-Diabetes bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. „Hier muss man deutschlandweit von aktuell rund 5.000 Fällen ausgehen”, sagte Gellner. Oft litten bereits die Eltern oder Großeltern der Kinder ebenfalls an Typ-2-Diabetes. Zu den häufigsten und schwerwiegenden Folgeerkrankungen zählen den Angaben nach Herz- Kreislauferkrankungen bis hin zum Herzinfarkt, Schlaganfall oder dem „diabetischen Fußsyndrom”, eine durch den hohen Blutzuckergehalt hervorgerufene Nervenschädigung und Durchblutungsstörung.

Zu einer Reduzierung der diabetesbedingten Folgerkrankungen könne neben verstärkter Prävention auch ein Screening von speziell definierten Risikopatienten beitragen, sagte Gellner. Wenn Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, familiäre Vorbelastungen oder entsprechende Blutwerte vorlägen, könnten Betroffene nach einem Screening frühzeitig mit entsprechenden Therapien beginnen. Eine rechtzeitige optimale Behandlung trage dabei auch zur Senkung der Gesundheitskosten bei.

Eine weitere Risikogruppe seien werdende Mütter, hieß es. Rund fünf Prozent aller Schwangeren in den Industrieländern entwickelten mittlerweile eine Schwangerschaftsdiabetes. Kinder, deren Mütter daran erkrankten, könnten gleich nach der Geburt Störungen wie Blutzuckerabfall, Atemstörungen oder Krampfneigungen haben. Im Extremfall könne es auch zum Verlust des Kindes in der Schwangerschaft führen.
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