Winter in den Bergen kann Haut und Immunsystem zu schaffen machen

Von: Elke Gersmann, ddp
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München. Wenn es um die Gesundheit im Winterurlaub geht, denkt man vor allem an Verletzungen. Doch es gibt auch andere gesundheitliche Probleme, die den Urlaub im Schnee beeinträchtigen können - beispielsweise unangenehme Erkältungen.

„Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang die richtige Kleidung”, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) in München.

Das gilt vor allem, wenn man eine der immer beliebter werdenden Wintersportarten wie Skitourengehen oder Schneeschuhwandern ausübt. „Beim Skitourengehen geht es zum Beispiel oft mehrere hundert Meter hinauf, das ist anstrengend und man gerät schließlich ins Schwitzen”, erläutert Bucher. Ist der Aufstieg vorbei, besteht die Gefahr, dass der Körper auskühlt und so das Immunsystem geschwächt wird. Das lässt sich auch auf das Schneeschuh- oder Winterwandern übertragen.

Einer Auskühlung beugt man am besten durch das sogenannte Zwiebelprinzip vor: „Wer im Winter in den Bergen unterwegs ist, sollte sich in mehrere Schichten kleiden”, rät der Experte. Dazu gehöre Funktionswäsche - gut ist laut Bucher auch Merinowolle - ein Fleece- oder Softshell-Pullover und als oberste Schicht eine atmungsaktive, schnee- und winddichte Jacke. Letztere kann dann auch mal ausgezogen werden, denn in den Bergen kann es im Winter trotz Schnee durchaus auch einmal etwas wärmer sein.

Zusätzlich empfiehlt Bucher Wäsche oder zumindest ein Shirt zum Wechseln mitzunehmen. Aus Baumwolle sollte die Wäsche grundsätzlich nicht sein: „Baumwolle speichert die Feuchtigkeit, statt sie abzuleiten. Da nützen dann der beste Fleecepullover und die atmungsaktive Jacke nichts mehr”, mahnt der Experte.

Auch die Haut muss im Winter einiges aushalten. Immer noch unterschätzen viele die Kraft der Wintersonne in den Bergen und ziehen sich im Gesicht oder auf den Händen einen Sonnenbrand zu. Den vom Sommerurlaub übrig gebliebenen Sonnenschutz sollte man allerdings nicht verwenden - er enthält zu viel Feuchtigkeit. Und die tut der Haut bei niedrigen Temperaturen nicht gut. Stattdessen sollte zu einer fetthaltigen Sonnencreme gegriffen werden. Und diese, daran erinnert Bucher, muss man auch bei bedecktem Himmel auftragen.

Die fetthaltige Sonnencreme bewahrt die Haut auch vor Kälte, es gibt aber auch spezielle Coldcremes. Vor allem bei starkem kalten Wind, beim Abfahrtski noch verstärkt durch den Fahrtwind, kann die Haut geschädigt werden, zum Beispiel durch kleinflächige Erfrierungen. Vorbeugen kann man mit einer Kopfbedeckung, die auch Teile des Gesichts bedeckt.

Wichtig ist auch der Schutz der Augen: „Man sollte unbedingt eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille mit einem hohen UV-Schutz tragen”, sagt Bucher. Denn der Schnee reflektiere das Sonnenlicht sehr stark, was im schlimmsten Fall zur Schneeblindheit führen könne.

Beim Abfahrtskifahren empfiehlt der Fachmann, statt der Sonnenbrille eine Skibrille zu tragen, da diese die Augen besser vor Wind abschirme. Dieser sei sowieso nicht zu unterschätzen, warnt er: „Zwischen Windstille und Wind kann bei ansonsten gleichen Wetterbedingungen ein gefühlter Temperaturunterschied von bis zu 20 Grad Celsius bestehen.” Es lohnt sich also, die Windverhältnisse im Auge zu behalten, bevor man auf den Berg hinaufgeht.
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