Wie man den Sommer ohne Blasen und Schweißausbrüche übersteht

Von: Claudia Hilbert, ddp
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Füßen wird häufig nur geringe Wertschätzung entgegengebracht. Dabei sind sie für Gesundheit und Wohlbefinden von enormer Bedeutung. Foto: ddp

<b>Hohenlohe/Recklinghausen. </B>Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh - während das ganze Jahr hindurch letzteres dominiert, tritt im Sommer auf einmal das Füßezeigen in den Vordergrund.

Für viele ist das ein Problem, denn den Füßen wird häufig nur geringe Wertschätzung entgegengebracht. Dabei sind sie für Gesundheit und Wohlbefinden von enormer Bedeutung. Schließlich lastet das gesamte Körpergewicht auf ihnen. „Gepflegte Füße mit intakter Haut sorgen zudem für einen besseren Schutz gegenüber Infektionen”, verdeutlicht Daniel Schaefer, Dermatologe aus dem schwäbischen Hohenlohe.

Eine regelmäßige Pediküre ist deshalb keine rein kosmetische Vorbereitung auf den Sommer, sondern sollte ein ständiger fester Bestandteil der Körperpflege sein. „Ein gepflegter Fuß mit geschmeidiger Haut ohne offene Stellen sieht nicht nur schöner aus, sondern bietet Bakterien und Pilzen einfach keine Angriffsfläche”, sagt Schaefer.

Die beste Vorbereitung für eine umfassende Fuß- und Nagelpflege ist ein lauwarmes Fußbad. „Dabei ist es am besten, die Nägel spatenförmig und nicht zu kurz zu schneiden oder zu knipsen”, rät Mechtild Geismann, Vizepräsidentin des Zentralverbandes der Podologen und Fußpfleger Deutschlands (ZFD): „Sonst besteht die Gefahr, dass der Nagel einwächst.”

In welche Form er gefeilt wird, ist hingegen egal. „Hauptsache, der Nagel ist nicht spitz oder kantig”, ergänzt Hautarzt Schaefer. Zum Entfernen der Nagelhäutchen eignet sich ein stumpfer Gegenstand wie etwa ein Holzstäbchen.

Übermäßige Hornhaut lässt sich entweder mit einem Bimsstein oder im trockenen Zustand mit einer Hornhautfeile in den Griff bekommen. Zum Abschluss der Pediküre werden die Füße gut abgetrocknet und mit einer Fußcreme oder einem Fußschaum verwöhnt. „Eine normale Bodylotion ist dabei nicht geeignet”, sagt Podologin Geismann. Denn die Zusammensetzung der speziellen Fußpflegeprodukte ist genau auf die Bedürfnisse der Fußhaut zugeschnitten. So enthalten sie oft Harnstoff, der die Flüssigkeit in den Zellen bindet und so die Haut geschmeidig hält. „Mentholhaltige Cremes kühlen zudem den Fuß und wirken abschwellend”, ergänzt Dermatologe Schaefer.

Nach einem langen, heißen und anstrengenden Tag kommen müde Füße am besten mit Wechselbädern, Wassertreten in einer Kneipp-Anlage oder auch etwas Fußgymnastik beispielsweise mit einem Igelball oder einem Fußroller auf die Beine. „Generell lässt sich sagen, dass Liegen und Laufen den Füßen gut tut, während Sitzen und Stehen der Durchblutung der Füße eher weniger förderlich sind”, berichtet Schaefer.

Auch Fußbäder versprechen eine wohltuende Wirkung. Ein richtiges Fußbad sollte dabei etwa 38 Grad warm sein und nur etwa fünf Minuten dauern. „Diabetiker müssen dabei besonders genau die Temperatur kontrollieren”, betont Geismann: Diabetespatienten spürten oftmals nicht, wenn das Wasser zu heiß sei oder der Schuh drücke. „Kleinste Infekte oder Verletzungen können eine große Wunde hervorrufen, die wiederum nur sehr langsam heilt”, erklärt Schaefer und rät Betroffenen, die Pediküre von einem ausgebildeten Podologen durchführen zu lassen.

Nachlässige Fußpflege oder unbequeme Schuhe können zu schmerzhaften Hautrissen und stark verhornten Druckstellen führen - besonders im Sommer, wenn die Füße wegen der Hitze leicht geschwollen sind und die feuchte Haut am Leder reibt. „Ein Hühnerauge entsteht, wenn der Schuh über längere Zeit an der gleichen Stelle drückt.

Kurze, intensive Reibung verursacht hingegen Blasen”, erklärt Geismannn den Unterschied zwischen den beiden weit verbreiteten Fußproblemen. Spezielle Blasenpflaster sorgen für Entlastung und schützen auch vorbeugend vor Druck und Reibung. „Bei Hühneraugen ist jedoch eine Selbstbehandlung mit hornhautlösenden Pflastern oder gar einem Messer weniger ratsam”, sagt Geismannn: „Denn viele kleben das Pflaster falsch auf und zerstören die umgebende gesunde Haut, während das Hühnerauge bleibt.”

Ebenfalls sehr schmerzhaft sind durch Viren übertragene Warzen oder auch Fuß- und Nagelpilz, der besonders in feuchtem und warmem Milieu entsteht. „In beiden Fällen ist geschmeidige Haut ohne offene Stellen der beste Schutz”, betont Schaefer nochmals die Bedeutung regelmäßiger Fußpflege.

Schweißfüße sind zwar nicht schmerzhaft, aber dafür sehr unangenehm. Bei entsprechender Veranlagung ist es schwierig, übermäßiges Schwitzen vollständig zu vermeiden. Austrocknende Fußbäder mit Eichenrindenextrakt oder auch Fußdeos können die Beschwerden lindern. Die Wahl des Schuhwerks spielt zudem eine entscheidende Rolle. So sind offene, bequeme Sandalen oder luftdurchlässige Lederschuhe und atmungsaktive Socken am besten geeignet. Zudem sollten die Schuhe bereits beim Kauf gut passen. „Das verbreitete Vorurteil, dass sich Schuhe einlaufen, ist Quatsch”, meint Geismannn.

Und trotz ihres schlechten Rufs sind Flip-Flops oder auch die aus Synthetikmaterial bestehenden Crocs nicht grundsätzlich verboten. „Solange sie nicht dauerhaft, sondern nur im Schwimmbad, bei der Gartenarbeit oder ähnlichen Tätigkeiten getragen werden, sind sie völlig okay”, beruhigt die Fußexpertin.

Wie funktionieren Blasenpflaster?

Blasen sind wundgeriebene Stellen, an denen sich die oberste Hautschicht ablöst. Darunter entsteht ein mit Gewebewasser gefüllter Hohlraum. Spezielle Blasenpflaster sorgen für Entlastung und können die Schmerzen beim Gehen lindern oder auch der Blasenbildung vorbeugen.

Die Pflaster funktionieren wie ein feuchter Wundschnellverband: Sie sind mit einem Gel oder Hydrokolloidmaterial gefüllt, welches die Feuchtigkeit der Blase aufnimmt, aufquillt und wie ein Polster auf der Haut aufliegt. So schützt es vor weiterer Reibung, während die Inhaltsstoffe des Hydrokolloidmaterials gleichzeitig die Heilung beschleunigen.

Zudem kleben die Pflaster im Gegensatz zu herkömmlichen Pflastern auf der gesamten Fläche, so dass die ganze Wunde abgedeckt wird und damit die Haut ungestört nachwachsen und kein Schmutz eindringen kann. Blasenpflaster werden zwei bis drei Tage auf der Wunde gelassen, bis sie sich von selbst wieder ablösen.

Blasenschutzgele wirken auf ähnliche Weise. Der dünne Gelfilm ist jedoch nicht so effektiv wie das dicke Polster eines Pflasters und bietet daher eher einen vorbeugenden Reibungsschutz.
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