Wie der weibliche Zyklus den Rauchstopp bestimmt

Von: vo
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Rauchstopp
Wollen Frauen das Rauchen aufgeben, sollten sie auf ihren Zyklus achten. Foto: Syda Productions / Shutterstock

Berlin. Der Menstruationszyklus hat weitreichende Auswirkungen auf den weiblichen Körper und Lebensbereiche. Neueste Studien aus den USA legen nun die Vermutung nahe, dass sich der Zyklus auch auf den Erfolg einer Raucherentwöhnung auswirkt.

Dies ist insbesondere von Bedeutung, da Frauen von den gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens stärker betroffen sind als Männer.

Der korrekte Zeitplan für den Rauchstopp

Eine aktuelle US-amerikanische Studie (2016) empfiehlt Frauen eine Raucherentwöhnung erst nach dem Eisprung zu beginnen. Sie stellen fest, dass die Follikelphase die Kommunikation verschiedener Hirnareale beeinträchtigen kann. So fällt es beispielsweise Hirnbereichen, die für eine Entscheidungsfindung zuständig sind, in dieser Zeit schwerer mit dem Belohnungszentrum zu interagieren. Dadurch ergibt sich eine geringere Durchhaltefähigkeit beim Etablieren neuer oder eben Ablegen alter Gewohnheiten. 

Für die Untersuchung führten die Wissenschaftler Gehirnscans von 38 Frauen durch. Es zeigte sich, dass eine schwache Verbindung der genannten Hirnareale es erschwert, beim Rauchstopp standhaft zu bleiben. Daraus ergibt sich, dass Frauen in der Zeitspanne von der Menstruation bis zum folgenden Eisprung weniger gute Chancen haben, sich das Rauchen erfolgreich abzugewöhnen.

Bereits ein Jahr zuvor hatten die Forscher aus Pennsylvania die Auswirkungen des Zyklus auf den Rauchstopp untersucht und gleiche Ergebnisse ermittelt. Die Phase nach dem Eisprung bietet bessere Chancen einen Rauchstopp erfolgreich zu beenden.

In dieser Zeitspanne ist das Hormon Progesteron im Vergleich zum Östrogen verhältnismäßig hoch, weshalb die Wissenschaftler den Penn State in den USA hier einen Zusammenhang vermuten. Sie gehen davon aus, dass das Progesteron wie ein Schutzmechanismus wirkt, der Frauen daran hindert schwach zu werden.

So soll es dann leichter fallen bei sogenannten "Triggern" also Raucher in der Umgebung, dem Geruch nach Tabak oder Bildern von Zigaretten, leichter sein dem Reiz zu widerstehen. Würde diese Vermutung zutreffen ließe sich dies auch auf andere Lebensbereiche und das Ablegen von schlechten Gewohnheiten übertragen.

Erschwerter Rauchstopp für Frauen

Die Erkenntnisse sind besonders interessant im Hinblick auf die Annahme, dass es Frauen allgemein schwerer fällt das Rauchen aufzugeben als Männern. Wissenschaftler nehmen an, dass Männern eine Raucherentwöhnung leichter fällt, da der männliche Körper Nikotin langsamer abbaut, sodass zu weniger ausgeprägten Entzugserscheinungen kommt. Beschwerden, die Frauen bei einer Raucherentwöhnung fürchten müssen sind:

- Kopfschmerzen

- Zittern

- Gereiztheit

- Stimmungsschwankungen

- Nervosität

- Niedergeschlagenheit

Zudem neigen Frauen schneller dazu ein Verlangen nach Nikotin zu entwickeln als Männer. Die Frage, welches Geschlecht sich bei der Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch ein differenzierteres Bild. So ergab eine Befragung New Yorker Bürger (700 000 Raucher), dass etwa 18% der Frauen und nur 16% der Männer ein Rauchstopp gelang.

Wieso Rauchen für Frauen schädlicher ist

Eine erfolgreiche Raucherentwöhnung ist gerade für Frauen bedeutend, da sie stärker unter den gesundheitlichen Schäden des Zigarettenkonsums leiden als Männer. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass unter Frauen Krebsarten, die Nase, Mund, Rachenraum oder Kehlkopf betreffen zu 75% durch das Rauchen bedingt sind. Hingegen liegt der Prozentsatz bei Männern knapp unter 50%.

Zudem wirkt sich eine Raucherlunge und die damit verbundene Atemnot bei Frauen extremer aus als bei Männern. Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) schädigt weibliche Lungen stärker als männliche, da die Lungenoberfläche kleiner ist.

Berücksichtigt werden sollten auch das Risiko für Herzerkrankungen, Hypertonie, chronischer Bronchitis oder Schlaganfall. In den Wechseljahren erhöht es zudem das Risiko von Osteoporose. Zudem ist das Rauchen für etwa 7% der Todesfälle unter Frauen verantwortlich. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass entstandene Gesundheitsschäden durch eine Entwöhnung rückgängig gemacht werden können.

Weitere Informationen:

Aktuelle Zyklus-Studie

Vorgänger-Studie

Rauchstopp Frauen vs. Männer

Entzugserscheinungen bei einem Rauchstopp

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