Wichtige Körper-Flüssigkeit mit vielen Aufgaben

Von: ba
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Berlin. Schweiß wird von Schweißdrüsen produziert und dient in erster Linie der Temperaturregulation. Die Körperflüssigkeit hat eine Vielzahl von Aufgaben.

Schweiß ist eine wässrige Flüssigkeit, die von speziellen Schweißdrüsen in der menschlichen Haut abgesondert wird. Er dient in erster Linie der Regulation der Körpertemperatur, hat darüber hinaus durch Duftstoffe aber auch eine gewisse Signalwirkung für andere Menschen. Frischer Schweiß ist geruchlos, erst wenn Bakterien bestimmte Schweißbestandteile abbauen, entwickelt sich der typische Schweißgeruch.

Schweißproduktion

Schweiß wird aus Schweißdrüsen abgesondert, die über den gesamten menschlichen Körper verteilt in der Haut liegen. Es werden zwei Arten von Schweißdrüsen unterschieden: die ekkrinen und die apokrinen Schweißdrüsen. Die meisten Schweißdrüsen werden zu den ekkrinen zugeordnet.

Der Mensch besitzt bis zu vier Millionen von ihnen. Diese Drüsen sind über den ganzen Körper verteilt, besonders viele finden sich an den Händen, Fußsohlen und auf der Stirn. Der Schweiß, der aus den ekkrinen Schweißdrüsen abgesondert wird, dient vor allem der Wärmeregulation des Körpers, zum Beispiel zum Herunterkühlen bei heißen Temperaturen.

Apokrine Schweißdrüsen werden auch Duftdrüsen genannt. Sie nehmen die Schweißproduktion erst in der Pubertät auf und sind nur an folgenden Körperstellen zu finden: in den Achselhöhlen, im Genitalbereich, an den Brustwarzen und am Bauchnabel. Apokrine Schweißdrüsen spielen für die Thermoregulation keine Rolle, vielmehr sondern sie Duftstoffe ab, die den Körpergeruch eines Menschen bestimmen und über die Signale ausgesendet werden.

Hat ein Mensch beispielsweise Angst, werden entsprechende Duftmoleküle abgesondert, die von anderen Menschen unbewusst wahrgenommen werden.

Wie ist Schweiß zusammengesetzt?

Schweiß ist eine klare Flüssigkeit, die zu 99 Prozent aus Wasser besteht. Dazu finden sich Elektrolyte wie Natrium, Chloride, Kalium und Laktat im Schweiß. Weitere Bestandteile sind Aminosäuren, Harnstoff, Buttersäure, Ameisensäure, Cholesterin und Bicarbonat. Der pH-Wert von Schweiß ist mit durchschnittlich 4,5 im sauren Bereich.

Apokrine Drüsen produzieren ein milchiges Sekret, dass nahezu pH neutral ist. Das geruchslose Sekret enthält Fette und Eiweiße sowie Pheromone, die der Sexualkommunikation dienen. Natürliche Hautbakterien zersetzen den Schweiß, wodurch der stechende Schweißgeruch entsteht.

Funktionen von Schweiß

Schweiß hat verschiedene, wichtige Funktionen für den menschlichen Körper. Er dient vor allem der Kühlung des Körpers und schützt somit vor einer Überhitzung, die leicht lebensgefährlich werden kann. Bei normaler körperlicher Aktivität gibt der Körper circa 200 Milliliter Schweiß am Tag ab. Sport oder eine hohe Außentemperatur können die Schweißproduktion auf mehrere Liter täglich steigern.

Weitere Aufgaben von Schweiß sind:

- Hautpflege: Schweiß sorgt für den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und hilft damit dem größten Organ des Menschen, Krankheitserreger abzuwehren. Zudem pflegen Fette die Haut und halten sie geschmeidig.

- Entgiftung: Über den Schweiß kann der Körper Abfallprodukte wie Harnstoff und Salze abführen. Damit ergänzt Schweiß die Funktion der Nieren.

- Signalwirkung: Die freigesetzten Duftstoffe dienen dem Sozial- und Sexualverhalten des Menschen. Zwar werden die Gerüche meist nicht bewusst wahrgenommen, dennoch dienen sie der Kommunikation. So hat das im Schweiß vorkommende Abbauprodukt von Testosteron eine sexuell stimulierende Wirkung.

Mediziner unterscheiden zudem den „kalten Schweiß“, der in Stress-Situationen abgegeben wird. Dabei wird die Durchblutung der Haut reduziert, weswegen sie auskühlt. Der zusätzlich produzierte Schweiß senkt die Hauttemperatur weiter. Kalter Schweiß kann aber auch ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung wie einen Herzinfarkt sein.

Krankheiten

Die Schweißproduktion kann in zweierlei Hinsicht gestört sein. Zum einen kann Schweiß überproduziert werden. In diesem Fall spricht man von einer Hyperhidrose. Zum anderen kann auch zu wenig bis kein Schweiß produziert werden; es besteht eine Hypo- oder Anhidrose.

Die Hyperhidrose bezeichnet ein krankhaftes starkes Schwitzen, welches die normalen Schweiß-Funktionen übersteigt. Eine normale Schweißproduktion besteht zum Beispiel, wenn bei starker körperlicher Anstrengung oder hoher Außentemperaturen die Körpertemperatur reguliert wird.

Liegt eine Hyperhidrose vor, schwitzen Betroffene auch ohne ersichtlichen Grund. Die Gründe für diese Erkrankung sind vielfältig. Sie können von hormonellen Störungen (Beispiel: Schilddrüsenerkrankung), über Stoffwechselerkrankungen (Beispiel: Diabetes mellitus) bis hin zu psychischen Störungen reichen.

Auch Übergewicht ist eine häufige Ursache für die Hyperhidrose. In manchen Fällen ist eine eindeutige Ursache nicht erkennbar. Je nach Ursache lässt sich das vermehrte Schwitzen mit verschiedenen Methoden behandeln. Bei leichteren Formen kann beispielsweise ein Antitranspirant wirken. Diese Deos enthalten eine erhöhte Konzentration an Aluminiumsalzen, welches die Schweißdrüsen hemmt. Daneben ist eine Behandlung mit Medikamenten, dem Nervengift Botulinumtoxin (Botox) bis hin zu einer Operation, in der die Schweißdrüsen entfernt werden, möglich. 

Das Gegenteil der Hyperhidrose ist die Hypohidrose. Der Körper produziert zu wenig Schweiß, sodass er leicht überhitzen kann. Die Hypohidrose ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptom für unterschiedliche Leiden, beispielsweise Hauterkrankungen oder psychische Störungen. Auch mit zunehmendem Alter nimmt die Schweißproduktion kontinuierlich ab.

Eine Anhidrose, bei der gar kein Schweiß produziert wird, kann einzelne Körperregionen wie die Füße oder den ganzen Körper betreffen. Auch hier können die Ursachen auf unterschiedlichste Erkrankungen zurückzuführen sein. Für das seltene, vererbbare Ross-Syndrom ist die Anhidrose ein Hauptsymptom.

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