Wespen-Allergiker: Nie ohne Notfallset losgehen

Von: dpa
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Ein Stich von einer Wespe: Für Allergiker kann er gefährlich werden. Die Folgen reichen von starken Schwellungen über Atemnot bis zu Kreislaufproblemen und einem anaphylaktischen Schock.

Mönchengladbach. Ein brennender Schmerz noch während das Insekt am Körper sitzt: Das ist das unverkennbare Zeichen für einen Wespenstich. Am besten lindern lässt es sich durch Kühlen mit kaltem Wasser, Coolpacks oder Eiswürfeln. Auch Kampfer und Menthol kühlen.

„Aussaugen bringt dagegen nicht so viel”, sagte der Allergologe Joachim Christ aus Bonn dem dpa-Themendienst. Er empfiehlt außerdem, den gestochenen Körperteil möglichst ruhig zu halten. „Sie sollten dann nicht mehr Joggen gehen.”

Gegen mögliche allergische Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen und Juckreiz rund um die Einstichstelle helfe ein Antihistaminikum. „Eine leichte Kortisonsalbe, zwei- bis dreimal am Tag aufgetragen, stillt den Juckreiz aber noch besser”, sagt Christ, der auch Sprecher des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen ist. Kratzen sollten sich Gestochene möglichst nicht: Das könne zusätzliche Keime in die Wunde bringen und sei dann ein Fall für den Hautarzt. Der verordne eventuell eine stärkere Salbe oder Creme.

Hausmittel wie Zwiebel- oder Zitronenscheiben sind eine weitere Möglichkeit, die Beschwerden direkt nach dem Stich kurzfristig zu lindern. „Die Zwiebel wirkt antientzündlich”, erklärt Christ. Zitrone wirke dagegen antiseptisch und adstringierend - also keimabtötend sowie hautzusammenziehend und damit ebenfalls entzündungshemmend. Nach einem Wespenstich ist Geduld gefragt: Im Durchschnitt dauert es dem Arzt zufolge eine Woche, bis Schwellung und Entzündung an der Einstichstelle abgeheilt sind.

Insektenstich-Allergiker gehen dieser Tage besser nicht ohne Notfallset aus dem Haus. Denn wenn sie von einer Wespe oder Bienen gestochen werden, ist es mit einem Brennen und roten Quaddeln rund um die Einstichstelle nicht getan, warnt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach. Die Folgen neben starken Schwellungen und Rötungen können von Atemnot und leichten Kreislaufproblemen über einen anaphylaktischen Schock mit Herzrasen oder Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod reichen.

Zum vom Arzt verordneten Notfallset gehört laut DAAB-Beraterin Anja Schwalfenberg in der Regel neben einem schnell wirksamen Antihistaminikum auch Kortison, um Spätreaktionen vorzubeugen. Bei sehr schwerwiegenden Reaktionen kann außerdem ein Adrenalin-Injektor sinnvoll sein, um den Kreislauf zu stabilisieren. Die Anwendung müsse allerdings vorher geübt werden, sagt Schwalfenberg.

Am besten ist natürlich, sich überhaupt nicht erst stechen zu lassen. Sogenannte Repellants wehren allerdings nur Mücken ab. Der Allergologe Christ rät daher dazu, sich hell und einfarbig zu kleiden - bunte Muster locken Wespen eher an - und auf Lockstoffe wie Parfüm und Haarspray zu verzichten. „Gegen Abend sollte man sich auch nicht in die Nähe von blühenden Blumen und Sträuchern, Grillfleisch oder Wasser setzen.”

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