Weltweit 40.000 Patienten haben Hirnschrittmacher

Von: dpa
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Münster. Die Zahl implantierter Hirnschrittmacher zur Behandlung etwa von Parkinson ist in den vergangenen Jahren enorm in die Höhe geschnellt.

Derzeit hätten weltweit rund 40.000 Menschen einen solchen mikroelektronischen Impulsgeber im Gehirn - mehr als 15.000 davon seien allein in den vergangenen zwei Jahren eingesetzt worden.

Das berichteten Neurochirurgen im Vorfeld ihrer Jahrestagung am Dienstag in Münster. Die kleinen Geräte werden auch bei Patienten mit Tremor (Zittern) oder Dystonie (Bewegungsstörungen, Verkrampfungen) eingesetzt.

Die Schrittmacher stimulieren Hirnregionen und korrigieren damit bestimmte Fehlleistungen. Neben den etablierten Einsatzmöglichkeiten habe sich herausgestellt, dass auch Patienten mit schweren Depressionen, Zwangserkrankungen oder chronischen Schmerzen von solchen Impulsgebern profitieren könnten, sagte Prof. Hans-Werner Bothe von der Uni-Klinik Münster.

Mit modernen Bildgebungsverfahren wie der Kernspintomographie konnten bestimmte Hirnareale psychischen Störungen zugeordnet werden.

„Da sind wir aber noch ganz in den Anfängen. Noch ist diese Stimulation eine sehr grobe Methode.” Es gebe Einzelversuche, klinische Studien aber noch nicht, sagte Bothe.

Von Sonntag an bis zum 27. Mai kommen in Münster rund 1500 Mediziner zur 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. Weitere Themen sind unter anderem computergestützte Operationen von Hirntumoren.

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