München - Was tun bei Masern?

Was tun bei Masern?

Von: vo
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München. Nachdem die Masern jahrelang aufgrund der hohen Impfquoten in Deutschland kaum noch auftraten, erleben sie derzeit eine Rückkehr. Grund dafür ist, dass immer mehr Eltern beschließen, ihre Kinder nicht gegen die gefährliche Infektionskrankheit impfen zu lassen.

Vor allem in Berlin ist derzeit eine regelrechte Masern-Epidemie zu beobachten. Aber auch in anderen deutschen Städten, darunter auch in Aachen, kam es im Laufe des Winters zu Masern-Erkrankungen.

Keine harmlose Kinderkrankheit

Masern sind eine durch einen Virus verursachte Infektionskrankheit. Sie werden (wie viele andere Virus-Erkrankungen, etwa Erkältung und Grippe) vor allem durch Tröpfcheninfektion, also etwa beim Niesen, Husten und Sprechen, übertragen. Der Masernvirus gilt zudem als extrem ansteckend, was eine Infektion für ungeschützte Personen sogar aus einigen Metern Entfernung möglich bis wahrscheinlich macht.

Trotz der Bezeichnung "Kinderkrankheit" sind Masern keineswegs so harmlos, wie sie teilweise dargestellt werden. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es zu gefährlichen Komplikationen; in Berlin ist ein Kleinkind sogar an den Masern gestorben. Besonders bedrohlich sind Masern für Babies und Kleinkinder sowie für Erwachsene über 20 Jahren.

Was kann ich tun, wenn ich mich mit Masern angesteckt habe?

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie, Ihr Kind oder ein anderer Familienangehöriger sich mit Masern infiziert hat, sollten Sie unbedingt versuchen, eine weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden. Da die Masern äußerst ansteckend sind, bedeutet dies, jeden Kontakt mit Personen, die nicht geimpft oder durch eine frühere Masern-Erkrankung geschützt sind, zu vermeiden.

Wer tatsächlich an Masern erkrankt ist, benötigt Bettruhe und ärztliche Betreuung, betont Gesundheitsexpertin Alexandra Breckweg. Ihr Hausarzt kann Sie zudem über das weitere Vorgehen zum Schutz vor einer Verbreitung der Krankheit beraten - Masern sind nämlich in Deutschland meldepflichtig.

Eine Impfung schützt

Der einzig sichere Schutz vor einer Masern-Erkrankung ist die Schutzimpfung. Diese wird unter anderem vom Robert-Koch-Institut, der Weltgesundheitsorganisation sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dringend empfohlen. Die Impfung sollte idealer Weise bereits im frühen Kindesalter erfolgen, kann jedoch auch jederzeit nachgeholt werden.

Häufig erfolgt die Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig auch gegen Mumps und Röteln schützt. Die Masern-Impfung gilt als sehr gut verträglich und verursacht abgesehen von hin und wieder auftretenden Rötungen an der Einstichstelle und milden schnupfenartigen Symptomen in der Regel keine Nebenwirkungen.

Mit einer Masern-Impfung schützt man nicht nur sich selbst oder das eigene Kind. Im Rahmen der sogenannten Herden-Immunität verhindert man auch eine Ausbreitung der Krankheit und schützt so andere Personen mit. Davon profitieren diejenigen, bei denen die Impfung nicht richtig funktioniert hat, oder Personen, die nicht geimpft werden können, etwa Babies und Kleinkinder unter 18 Monaten und Menschen mit einer Immunschwäche.

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die Masern durch eine ausreichend hohe Impfquote sogar komplett ausgerottet werden könnten. Bei den Pocken etwa ist dies bereits gelungen, bei Polio (Kinderlähmung) steht man kurz davor.

Eine Impfpflicht soll es in Nordrhein-Westfalen trotz dieser Vorzüge jedoch vorerst nicht geben. Es bleibt also dem Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen überlassen, sich und seine Kinder gegen Masern impfen zu lassen und so sich selbst, aber auch seine Mitmenschen vor dieser gar nicht so harmlosen Kinderkrankheit zu schützen.

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