Warme Kartoffeln gegen Verspannungen

Von: Bettina Levecke, dapd
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Essen. Ob heiß oder kalt, nass oder duftend: Wickel gibt es in der Naturheilkunde in vielen Variationen. „Diese sanfte Therapie ist ein wichtiger Bestandteil der Naturheilkunde”, sagt Annette Kerckhoff, Patientenberaterin bei der gemeinnützigen Organisation Natur und Medizin in Essen.

Sie helfen nicht nur bei gesundheitliche Beschwerden: „Wickel und Auflagen schaffen eine Ruhepause im hektischen Alltag und können auch vielseitig für die körperliche und seelische Regeneration verwendet werden.”

Nach körperlicher Überanstrengung oder einem langen Arbeitstag sind Schultern und Nacken häufig verspannt. Linderung kann eine warme Auflage, zum Beispiel mit einem Dinkel- oder Kirschkernkissen, schaffen.

„Besonders effektiv ist auch ein selbst gemachter Kartoffelwickel”, sagt Kerckhoff. Dafür nimmt man drei bis vier ungeschälte, weich gekochte Kartoffeln und schlägt sie in ein Baumwolltuch, zum Beispiel ein Geschirrhandtuch, ein, auf das zuvor zur späteren Entsorgung der Kartoffeln ein Papiertuch gelegt wurde. Dann wird das Handtuch zu einer Auflage in der Größe der gewünschten Fläche gefaltet. Es entsteht ein kompaktes Wärmepäckchen, dessen Ränder mit Klebeband fixiert werden, damit keine Kartoffelstückchen herausfallen. Mit der Faust werden die Kartoffeln leicht zerdrückt, damit die Wärme besser austreten kann.

„Bevor Sie den Kartoffelwickel auflegen, bitte auf jeden Fall die Temperatur prüfen”, warnt die Expertin. Die Kartoffelauflage mit einer sehr tiefen und langanhaltenden Wärme wird dann für 20-30 Minuten auf die schmerzende Muskulatur gelegt. Wer häufiger mit muskulären Verspannungen zu kämpfen hat, kann auf fertige Fangopackungen zurückgreifen, die es im Handel zu kaufen gibt: „Diese Kompressen können besonders schnell und einfach auf die gewünschte Stelle aufgelegt werden.”

Eine Leberdusche fördert das Wohlbefinden

Bei Müdigkeit und Erschöpfung hilft eine feucht-warme Leberauflage. Dafür wird ein mit warmem Schafgarbentee getränktes, gut ausgewrungenes Baumwolltuch auf den rechten Oberbauch gelegt und mit einem trockenen Frotteetuch eng umwickelt. Eine Wärmflasche verstärkt den Effekt. „Diese sogenannte Leberdusche fördert die Durchblutung des Organs und führt damit zu einer Anregung der Verdauung und einer verstärkten Entgiftung”, erklärt die Patientenberaterin.

Nicht nur das: Die Aktivierung der Leber wirke sich auch insgesamt positiv auf den ganzen Körper aus. „Diesen wohltuenden Effekt kann man auch zwischendurch nutzen”, betont Kerckhoff. In der Mittagspause reiche zum Beispiel nur die Wärmflasche, um die Leber zu unterstützten. „Wärme ist generell immer ein gutes Mittel, um die Durchblutung anzuregen und zu entspannen.”

Neue Frische durch kalte Kompressen

Schmerzt der Kopf, legen sich viele Menschen einen kühlen Waschlappen auf die Stirn. „Und handeln damit instinktiv richtig - wenn Kälte jetzt als angenehm empfunden wird”, sagt Kerckhoff. Unterstützend könnten bei Erwachsenen noch ein bis zwei Tropfen ätherisches Pfefferminzöl auf die Schläfen aufgetragen werden, empfiehlt die Expertin.

In den Sommermonaten sorgen kalte Anwendungen am Handgelenk zum Beispiel in Form feucht-kühler Waschlappen auf den Innenseiten der Handgelenke für wohltuende Erfrischung und neue Kraft. Nach dem gleichen Prinzip wirken kleine Kompressen auf den Augen, zum Beispiel mit ein wenig Lavendelduft: „Eine Augenauflage senkt nicht nur Stresssymptome, sie hilft auch herrlich beim Entspannen, denn die Welt wird für einen Augenblick abgeschottet.”

Wickeln nach Lust und Laune

Gut ist, was angenehm ist - das Prinzip beim Wickeln ist denkbar einfach. „Ich empfehle, einfach mal verschiedene Sachen auszuprobieren, zum Beispiel an einem Wellnessabend im heimischen Bad”, sagt Annette Kerckhoff. Sehr gut lässt sich beispielsweise eine entspannende feucht-warme Auflage mit einer anschließenden Massage kombinieren.

„Wechseln Sie sich dabei mit Ihrem Partner ab. Einer genießt, der andere verwöhnt und massiert.” Neben den Wickeln mit warmem Wasser können dabei auch verschiedene Zusatzstoffe eingesetzt werden, zum Beispiel Duftöle: „Zitrusdüfte erfrischen, Rosmarin belebt, Lavendel entspannt”, nennt Kerckhoff Beispiele. Aber auch mit Quark oder Heilerde kann - zum Beispiel für Gesichtspackungen - experimentiert werden.
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