Berlin - Viele Erkrankungen mit Hantavirus in diesem Jahr

Viele Erkrankungen mit Hantavirus in diesem Jahr

Von: ddp
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Berlin. Das gefährliche Hantavirus breitet sich in diesem Jahr besonders stark in Deutschland aus. Bis Mitte Mai wurden bereits rund 550 Fälle registriert, sagte die Sprecherin des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, am Mittwoch auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder „Westfalen-Blatts” (Mittwochausgabe).

Die Fallzahl liegt deutlich über dem Niveau der vergangenen zwei Jahre. Im starken Infektionsjahr 2007 waren 1688 Fälle registriert worden.

Die aktuelle Situation ist der RKI-Sprecherin zufolge nicht ungewöhnlich. Es gebe immer Jahre, in denen besonders viele Infektionen gemeldet würden. Der bisherige Gipfel wurde in der 18. Kalenderwoche mit 68 Fällen erreicht. Über die Hälfte der diesjährigen Fälle traten in Baden-Württemberg (349 Fälle) auf. Mit weitem Abstand folgten Bayern (81 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (40 Fälle).

Das RKI hatte bereits zu Jahresbeginn mit einer starken Hantavirus-Saison gerechnet. Verantwortlich hierfür seien die günstigen Bedingungen für die Rötelmaus, die den in Deutschland heimischen Virustyp durch Speichel, Kot und Urin überträgt. Ein reiches Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Herbst hatte den Tieren reichlich Nahrung geboten. Die lange geschlossene Schneedecke bot Schutz vor Feinden.

Gegen das Virus selbst existiert kein Impfstoff und keine Therapie. Gesundheitliche Folgen wie Nierenschwäche seien aber gut zu behandeln, sagte Glasmacher. Bislang sei in Deutschland kein Todesfall eindeutig auf das Hantavirus zurückzuführen. Der in Deutschland verbreitete Virustyp ist weit weniger gefährlich als die Varianten in Südostasien. Zu den hiesigen Symptomen der Erkrankung zählen hohes Fieber und grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen.

Zur Prävention empfehlen die Experten, Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden. Potenziell kontaminierte Bereiche wie etwa Keller, Schuppen oder Dachböden sollten ausreichend gelüftet werden. Bei viel Staub empfehle sich das Tragen einer Atemschutzmaske.
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