Viel hilft viel beim Sonnenschutz

Von: Anne Gottschalk, dpa
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Je empfindlicher der Hauttyp, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor sein. Foto: dpa

Bielefeld/Berlin. Ob Dachterrasse, Südsee-Insel oder Urlaub in den Bergen: Der richtige Sonnenschutz ist im Sommer der wichtigste Begleiter. Denn Bräunen ist zwar erlaubt, aber bitte ohne Sonnenbrand.

Dafür sollte jeder den passenden Lichtschutzfaktor auswählen und das Produkt in ausreichender Menge auftragen. Viele Hersteller haben in dieser Saison Sonnenschutzprodukte mit besonders zarter Textur entwickelt. So lassen sich die Mittel besser verteilen, was die Anwendung unterwegs vereinfacht und auch das Eincremen von Kindern erleichtert.

Ein häufiges Problem: Die meisten Menschen tragen zu wenig Sonnenschutz auf. Und je fester die Konsistenz, desto unangenehmer wird die Prozedur des Eincremens. So hat der Hersteller La Roche-Posay in der Linie „Anthelios” besonders leichte Fluids entwickelt, die sich gut verteilen lassen. Auch Lancôme bietet eine Gesichtspflege mit Sonnenschutzfaktor an, die schnell einziehen soll und keinen weißen Film auf der Haut hinterlässt.

Für welches Produkt man sich entscheidet, ist auch einen Frage der Vorliebe: „Leichte, fettfreie Gele sind für den Sonnenschutz in der City bei Alltagskleidung optimal. Reichhaltige Produkte sind zum Sonnenbaden geeignet”, rät die Beauty-Expertin Britta John vom Parfümerieverbund Beauty Alliance in Bielefeld.

Sonnenöl wirke wie eine Art Bräunungsbeschleuniger, biete aber meist nicht ausreichend Schutz vor der UV-Strahlung. Allerdings seien die Öle sehr pflegend. Neu sind John zufolge in diesem Jahr Sonnenöle mit höherem Lichtschutzfaktor.

„Farbige Produkte sind toll für Kinder, weil man sieht, wo das Produkt noch nicht ausreichend verteilt wurde”, sagt die Expertin. Für Kinder seien Produkte mit rein mineralischen Filtern ideal, zum Beispiel „Crème Solaire Haute Protection spécial enfants SPF 30” von Clarins. Männer bevorzugten aufgrund der Körperbehaarung meist nicht-fettende Sonnensprays und -fluids. Sportler greifen zu wasserfesten oder schweißresistenten Produkten.

Die Wahl des Lichtschutzfaktors richtet sich nach dem Hauttyp und dem Aufenthaltsort. „Mit höherem Sonnenschutz kann man natürlich auch deutlich länger in die Sonne”, sagt Martin Ruppmann, Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbands in Berlin.

Die Faustregel laute Eigenschutzzeit multipliziert mit Lichtschutzfaktor ergibt die Zeit, in der man sich gefahrlos in der Sonne bewegen kann. „Die Eigenschutzzeit hängt vom Hautyp ab und kann anhand von Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie der Pigmentierung abgeschätzt werden.”

„Je empfindlicher der Hauttyp und je höher die Strahlungsintensität, desto höher sollte auch der Faktor ausfallen”, ergänzt John. Dabei sei zu beachten, dass der angegebene Schutz erst erreicht wird, wenn ausreichend davon aufgetragen wurde. „Nicht zu sparsam auftragen und keine Stelle auslassen”, empfiehlt John. Das heißt: etwa ein Kaffeelöffel fürs Gesicht und eine Handvoll Lotion oder Creme (rund 25 bis 30 Milliliter) für den Körper.

Chemische Filter entfalten ihre Wirkung erst nach rund 30 Minuten, deshalb ist rechtzeitiges Eincremen wichtig - nicht erst am Pool oder Strand. „Regelmäßiges Nachcremen ist Pflicht - bei geringen Schutzfaktor alle zwei Stunden”, erläutert John. Nachgecremt werden muss auch nach dem Baden und wenn man viel schwitzt, da dies den Schutzfilm auf der Haut beeinträchtigt.

Nach dem Sonnenbad sind After-Sun-Produkte ideal. Sie wirken leicht kühlend für erhitzte Haut, erläutert John. Außerdem spenden sie viel Feuchtigkeit und enthalten beruhigende Wirkstoffe - dafür weniger Fette und Öle, die auf sonnenerwärmter Haut zu einem Wärmestau führen können. Als Hausmittel hilft auch Quark bei sonnengeröteter Haut, um die Irritation zu lindern.

Sonnenschutz mit Anti-Aging-Wirkung

Die zusätzliche Anti-Aging-Wirkung vieler Sonnenschutzprodukte soll noch besser vor Hautalterung durch UV-Strahlung und andere schädliche Umwelteinflüsse schützen.

Der Hersteller Clinique nutzt für seine Sonnenschutzlinie die Kräfte des pflanzlichen Planktons. Es soll einen starken Widerstandsmechanismus gegen intensive Lichteinstrahlung haben.

Der Kosmetikhersteller Babor setzt für seine „Sun Care”-Serie auf den aus Hefezellen gewonnenen Wirkstoff Beta-Glucan, der das Immunsystems der Haut stärken soll. Zusammen mit Extrakten aus dem Kerzenstrauch werden „Sun Spray” und „Sun Cream” so zum Anti-Aging-Cocktail.

Die Sonnenpflege für das Gesicht aus der „Soleil Divin”-Linie von Caudalíe beugt mit Wirkstoffen aus der Weinrebe UV-Schäden der Haut vor. „Capital Soleil” von Vichy soll die Stammzellen in der Haut mit Hilfe von Zitrus und Vitaminen schützen.
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