Verstauchte Füße erst kühlen und hochlagern, dann bewegen

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Berlin. Wer beim Sport ungeschickt auftritt oder beim Spazierengehen umknickt, handelt sich nicht selten eine schmerzhafte Verstauchung ein.

Doch soll man das betroffene Gelenk ruhig stellen oder möglichst schnell wieder bewegen?

Sowohl als auch, erläutert Karsten Dreinhöfer, Chefarzt der Orthopädie an der Fachklinik Medical Park Humboldtmühle in Berlin und Mitglied des Vorstandes des Berufverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie: „In der akuten Phase, wenn das Gelenk geschwollen ist oder ein Bluterguss auftritt, sollte man die PECH-Regeln beachten: Pause - Eis bzw. Kühlung - Compression - Hochlagern. Also sofort mit dem Sport aufhören, den Fuß kühlen, am besten mit kaltem Wasser, eventuell einen Kompressionsverband anlegen und das Bein hochlagern.”

Sobald jedoch diese Phase abgeklungen ist, heißt es, das betroffene Gelenk möglichst schnell wieder zu bewegen. Zur Behandlung gehören das Training des Gleichgewichtsgefühls sowie die Koordinationsschulung, um das Zusammenspiel der Muskeln zu verbessern, die für die Stabilität und Bewegung des Sprunggelenkes verantwortlich sind. „Nur so kann man eine dauerhafte Instabilität vermeiden”, sagt Dreinhöfer.

Als optimal haben sich zum Beispiel der Einbeinstandstand auf einer Gymnastikmatte und später das Balancieren auf einem Brett erwiesen, das auf einer halbierten Kugel liegt. „Man steuert dabei unbewusst dem Abkippen entgegen und die wichtigen Stabilisierungsmuskeln springen automatisch an”, erläutert der Experte. Günstig ist es, die Übung zuerst beim Orthopäden oder beim Physiotherapeuten unter Anleitung durchzuführen und sie anschließend zu Hause regelmäßig zu betreiben.

Parallel dazu könne ein Tape-Verband helfen, das Gelenk zu stabilisieren, sagt Dreinhöfer: „Ein Gips oder ein fester Verband sind hingegen tabu - sie schaden mehr als sie nutzen.” ddp/wde/esc
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