Urlaub für Sterbebetreuung gefordert

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Saarbrücken. Der evangelische Präsident des zweiten ökumenischen Kirchentages 2010 in München, der Medizinprofessor Eckhard Nagel, hat ein Umdenken der Gesellschaft zum Tabuthema Tod angemahnt.

Dazu gehöre die Einführung eines gesetzlichen Urlaubs für Sterbebegleitung wie in Frankreich, sagte Nagel am Sonntagabend auf einer Veranstaltung der Saarbrücker Kirchenstiftung Zukunft Evangelisch St. Johann. „Dort können Arbeitnehmer drei Monate lang für die Betreuung von sterbenden Familienmitgliedern zu Hause bleiben, ähnlich wie beim bezahlten Erziehungsurlaub.” Im neuen Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung stehe leider nichts dazu, bemängelte der Medizinethiker.

Nagel, der auch Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, wies darauf hin, dass in der Bundesrepublik jedes Jahr rund 850.000 Menschen sterben, davon aber nur noch zehn Prozent zu Hause. Für die Masse der anderen stehe das Sterbebett dagegen im Krankenhaus oder in einem Alten- und Pflegeheim, deren Personal oft nicht genügend dafür ausgebildet sei.
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