Schorndorf - Unfallkliniken leisten sich immer weniger Gipspfleger

Unfallkliniken leisten sich immer weniger Gipspfleger

Von: ddp
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Schorndorf. In orthopädischen und chirurgischen Kliniken wird zunehmend auf spezialisierte Gipspfleger verzichtet. Knochenbrüche würden heute eher operiert als gegipst, sagte Ludwig Noll vom Deutschen Verband medizinischen Gipspfleger.

Aus Kostengründen werde das Anlegen von Gipsverbänden Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern übertragen, die diese Tätigkeiten nebenbei erledigten und bei weitem nicht so viel Übung hätten.

Etwa die Hälfte aller Knochenbrüche bei Erwachsenen und sogar 90 Prozent bei Kindern könnten konservativ - also durch Gipsen - behandelt werden, sagte der Verbandsvorsitzende, der selbst seit mehreren Jahrzehnten als Gipspfleger in Baden-Württemberg arbeitet, weiter.

Mittlerweile würden Orthopäden und Unfallchirurgen aber mehr und mehr Marknagelungen, Knochenverschraubungen und fixierende Stahlkonstruktionen anbringen. Das seien zwar sinnvolle, aber aufwendige chirurgische Verfahren und immer mit einem Eingriff verbunden. Zur Ruhigstellung von Extremitäten sei der exakt angepasste Gipsverband immer noch die beste Alternative, sagte Noll.

Die Gipserei sei eine Kunst, ohne Übung lasse sich beispielsweise ein Diademgips, der zur Ruhigstellung des Kopfes diene, nicht anfertigen. „Auch die vielen Gipsschienen, die Ärzten das Anlegen eines Verbandes erleichtern soll, bringen oft wenig. Sie passen trotz verschiedener Größen nie so gut, wie ein extra angefertigter Gips”, sagte Noll. Dem Verband gehören rund 250 medizinische Gipspfleger an. Für sie werden unter anderem Weiterbildungen zu neuen Gipsmaterialien, aber auch zu medizinischen Behandlungen wie Tapen organisiert.

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