Unbeschwert Sonnenbaden: Auf den richtigen Schutz kommt es an

Von: Nina C. Zimmermann, dpa
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Sonnenbad
Menschen mit Akne sollten beim Sonnenbaden vorsichtig sein. Foto: dpa

Berlin/Marburg. Ein gebräunter Teint gehört zum gängigen Schönheitsideal. Er symbolisiert außerdem Gesundheit. Und tatsächlich haben Forscher herausgefunden: Sonnenlicht ist gut für die Psyche und den Körper. Es beeinflusst nicht nur die Stimmung, sondern regt auch die hauteigene Vitamin-D-Produktion an.

Sich in der Sonne aufzuhalten, ist also durchaus erlaubt. „Sie müssen nur anständig damit umgehen und auf Ihren Hauttyp achten”, sagt Prof. Eggert Stockfleth, Leiter des Hauttumorcentrums am Universitätsklinikum Charité in Berlin.

Die wichtigste Regel lautet dabei: Nicht erst mit dem Sommerbeginn braucht die Haut Schutz. Schon vorher sollte man auf keinen Fall länger als 30 Minuten uneingecremt in die Sonne, warnt Andrea Hartmann vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg. „Und das ist schon sehr viel.” Wer seine Haut langsam an die Sonne gewöhnt und öfter mal in den Schatten geht, tut bereits viel für seine Gesundheit.

Menschen mit Hauttyp I, also sehr heller Haut, Sommersprossen, blauen Augen und rötlichen Haaren, bekommen schon nach 3 bis maximal 10 Minuten Sonnenbrand. Bei Hauttyp II - das heißt bei blonden Haaren und grauen, blauen oder grünen Augen - rötet sich die Haut nach 10 bis 20 Minuten. Hauttyp III hat dunkelblonde Haare und graue oder braune Augen, er kommt 20 bis 30 Minuten ohne Sonnencreme aus. Der oft als „südeuropäisch” bezeichnete Typ IV mit dunklen Haaren, braunen Augen und hellbrauner Haut schließlich kann sich meist bis zu 40 Minuten unbeschadet in der Sonne aufhalten.

Der Rat, anfangs lieber nicht die obere Grenze der Hauteigenschutzzeit auszureizen, gilt bereits für den frühsommerlichen Stadtbummel oder den ersten Ausflug des Jahres an den Baggersee. Noch besser ist, von vornherein Sonnenschutzmittel zu verwenden. „Die meisten kaufen Sonnenschutz erst am Anfang des Urlaubs, aber dann ist es zu spät”, warnt Hartmann. Die Strahlen seien vorher genauso schädlich.

Je jünger und je hellhäutiger ein Mensch ist, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor (LSF) des Sonnenschutzmittels sein. Die DGK-Expertin Hartmann nennt ein Beispiel: Cremt sich Hauttyp I bei einer Eigenschutzzeit von 3 Minuten zum Beispiel nur mit einem LSF 10 ein, kann er sich am Tag gerade mal 30 Minuten unbeschadet in der Sonne aufhalten. „Das ist die Gesamtzeit - die ändert sich nicht, auch nicht durch Nachcremen”, betont sie. Wichtig ist das Nachcremen trotzdem, denn etwa Baden und Abtrocknen zerstören den Schutz.

Bei der Auswahl des richtigen Mittels ist darauf zu achten, dass es sowohl vor UV-A- wie auch vor UV-B-Strahlen schützt. „Die UV-B-Strahlen sind verantwortlich für den Sonnenbrand der Haut”, erläutert Susanne Moosmann von der Verbraucher Initiative in Berlin. „Die UV-A-Strahlung bringt eher Langzeitschäden und kann eine vorzeitige Hautalterung und Störungen des menschlichen Immunsystems bewirken.” Beide Strahlungsarten tragen außerdem stark zur Entwicklung von Hautkrebs bei.

Kinder brauchen dabei noch dringender Schutz als Erwachsene. Jugendliche Haut ist Stockfleth zufolge zum einen von Natur aus deutlich empfindlicher als ältere Haut: Sie ist dünner und kann sich gegen Zellen, die sich durch die UV-Strahlen verändert haben, weitaus schlechter wehren. Zum anderen steige das Krebsrisiko, je öfter ein junger Mensch den Strahlen ausgesetzt ist: „60 Prozent der UV-Belastung nimmt der Körper in jungen Jahren auf.”

Der Experte empfiehlt generell, zwischen 11.00 und 15.00 Uhr aus der Sonne zu bleiben. 75 Prozent der gefährlichen UV-B Strahlung ließen sich so vermeiden. Sinnvoll sei zudem, bei sommerlichem Wetter stets eine Kopfbedeckung und leichte Kleidung zu tragen.

Sonnenschutzmittel sind dann ein zusätzlicher Schutz - vor allem für Körperpartien, die sich nicht oder nur teilweise durch Textilien schützen lassen, wie Nacken, Hals oder Hände und Lippen, Ohren oder Nasenrücken. Stockfleth rät hierbei zu sogenannter liposomaler Sonnencreme, die nur einmal täglich aufgetragen werden muss.

Welches Sonnenschutzmittel für welche Haut?

Neben dem persönlichen Geschmack hängt die Wahl eines Sonnenschutzmittel auch vom Hauttyp ab. Susanne Moosmann von der Verbraucher Initiative rät bei normaler Haut zu Sonnenmilch. Sonnencreme empfiehlt sie vor allem für trockene und sehr trockene Haut. Bei fettiger, empfindlicher Haut oder der Neigung zu Sonnenallergie und Pusteln ist ein fettfreies Gel das Richtige. Sonnenspray hat einen relativ geringen Fettgehalt und lässt sich auch großflächig gut verteilen, sogar auf behaarten Körperstellen. So lassen sich auch sonnenbrandgefährdete Partien wie Scheitel oder Haarwirbel schützen.
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