Ultraschall hilft nicht bei der Früherkennung von Eierstockkrebs

Von: dapd
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Erfurt. Nicht nur die Brust einer Frau wird beim Gynäkologen auf Veränderungen abgetastet, auch der Beckenraum wird untersucht: Einmal pro Jahr bezahlen Krankenkassen Frauen ab 20 Jahren die Früherkennung von Eierstockkrebs.

Zusätzlich möglich ist eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide. „Doch diese Untersuchung ist eine IGeL-Leistung und muss von den Patientinnen selbst bezahlt werden”, sagt Tino Pfabe von der Erfurter Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Viele Frauen sind verunsichert

Pfabe bekommt in seiner Beratungsstelle oft Anfragen von verunsicherten Frauen: Brauche ich diese Untersuchung, wenn die Kasse sie nicht zahlt? „Es gibt bislang keinen sicheren Nachweis, dass der Ultraschall bei der Früherkennung von Eierstockkrebs nützlich ist”, sagt Pfabe und beruft sich auf eine große Analyse wissenschaftlicher Studien, die 2011 vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegeben wurde.

Die Krux ist: Eierstockkrebs mache im Anfangsstadium keine Beschwerden. „Man hofft daher, mit dem Ultraschall frühzeitig Knoten oder Veränderungen zu erkennen, um den Krebs gut behandeln und heilen zu können.” Diese gute und sinnvolle Absicht werde in der Realität aber laut Studien nicht bestätigt, sagt der Experte: „Der Ultraschall führt nicht zu einer Senkung der Sterblichkeit.”

Unnötige Operationen

Die Ultraschalluntersuchung könne sogar mehr Schaden als Nutzen anrichten: „Werden Veränderungen im Ultraschall erkannt, weiß man nicht automatisch, ob es Krebs ist”, sagt Pfabe. Der einzige Weg für eine sichere Diagnose ist die Entfernung der Eierstöcke und ihre anschließende Gewebeuntersuchung. Pfabe dazu: „Nur bei einer von 20 operierten Frauen bestätigt sich der Krebsverdacht, 19 haben unnötig ihre Eierstöcke verloren.”

Kein Grund zur Panik

„Eierstockkrebs ist eine seltene Krebsform und tritt nur bei 5 von 100 Frauen mit Krebs auf”, erklärt Pfabe. Frauen, die keine Beschwerden haben, rät der Experte, sich die kostenpflichtige Ultraschalluntersuchung gut zu überlegen. Wichtig zu wissen: „Sobald Patientinnen über Beschwerden im Beckenraum klagen, wird diese Untersuchung natürlich von der Kasse bezahlt.”
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