Übergewicht macht vergesslich

Von: ddp
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US-Amerikaner büßen durch Fettleibigkeit inzwischen ebenso viele gesunde Lebensjahre ein wie durchs Rauchen. Foto: ddp

Los Angeles. Eine ungesunde Ernährung geht nicht nur auf die Hüften, sondern über diese auch aufs Gedächtnis: US-Forscher haben in einer großangelegten Studie mit älteren Frauen herausgefunden, dass die Gehirnfunktionen und damit auch das Erinnerungsvermögen unter zu vielen Pfunden leiden.

Konkret kostete die Damen jeder Punkt mehr im Body-Mass-Index einen Punkt in der 100 Einheiten umfassenden Skala eines Standard-Gedächtnistests. Fett ist jedoch nicht gleich Fett: Hüftspeck wirkt sich offensichtlich stärker auf die Erinnerungsleistung aus als Bauchspeck, berichten die Wissenschaftler um Diana Kerwin von der Northwestern University in Chicago im Fachmagazin „Journal of the American Geriatric Society” (Onlineveröffentlichung vom 14. Juli 2010).

Um den Body-Mass- oder Körpermasseindex (BMI) eines Menschen zu ermitteln, wird das Körpergewicht durch die zum Quadrat genommene Körpergröße in Metern geteilt. Eine 1,65 Meter große und 55 Kilogramm schwere Frau hat demnach einen BMI von 20,2 und liegt damit im Normalbereich zwischen 18,5 und 25. Liegt der Wert über 25, wird von Übergewicht gesprochen, ab 30 von Fettleibigkeit.

Die untersuchten 8745 Frauen waren alle gesund und zwischen 65 und 79 Jahre alt. Auch bei den schwersten von ihnen lagen die kognitiven Fähigkeiten insgesamt im normalen Bereich, beruhigt Diana Kerwin. „Allerdings hatte das zusätzliche Gewicht definitiv einen nachteiligen Effekt.”

Warum sich allerdings Hüftspeck stärker auf die Gedächtnisleistung auswirkt als Bauchfett, ist noch unklar. Möglicherweise spielen Zytokine dabei eine entscheidende Rolle. Bereits bekannt ist nämlich, dass in unterschiedlichen Arten von Fettgewebe auch verschiedene Varianten dieser Hormone produziert werden. Diese haben entsprechend auch einen unterschiedlichen Einfluss auf wichtige Körperfunktionen wie den Blutdruck oder das Ansprechen der Körperzellen auf Insulin.

Nun gelte es herauszufinden, wie genau das Fett die Erinnerungsleistung beeinflusst. Möglicherweise sei die auf den Hüften gespeicherte Fettart an der Bildung der Plaques beteiligt, die im Zusammenhang mit Alzheimer-Erkrankungen stehen. Denkbar sei auch, dass es die Blutzufuhr zum Gehirn einschränkt und dadurch die Hirnfunktionen bremst.

Gezielt gegen das Hüftfett vorzugehen, ist zwar schwierig, da die Fettverteilung beim Menschen größtenteils genetisch bedingt ist. Die Kilos unter Kontrolle zu halten, ist aber Kerwins Ansicht nach dennoch sinnvoll: „Wir können zwar nicht ändern, wo das Fett gespeichert wird, aber weniger davon zu haben, ist auf jeden Fall besser.”
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