Studie: Verliebtheit bringt Geschmack durcheinander

Von: ddp
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Verliebter Blick: Frisch Verliebte nehmen bestimmte Geschmacksnoten laut einer neuen Studie schlechter wahr als nicht verliebte Menschen. Der hormonelle Ausnahmezustand des Verliebtseins macht demnach zwar sensibler für salzige und saure Geschmäcker, süße und bittere Eindrücke werden jedoch schwächer wahrgenommen, wie das Forschungszentrum ttz Bremerhaven mitteilt. Foto: dpa

Bremerhaven. Frisch Verliebte nehmen bestimmte Geschmacksnoten laut einer neuen Studie schlechter wahr als nicht verliebte Menschen. Der hormonelle Ausnahmezustand des Verliebtseins macht demnach zwar sensibler für salzige und saure Geschmäcker, süße und bittere Eindrücke werden jedoch schwächer wahrgenommen, wie das Forschungszentrum ttz Bremerhaven mitteilt.

Wissenschaftler des Zentrums verglichen laut ttz in einem Test die Geschmackswahrnehmungen von sehr verliebten Personen, die ihre Partner weniger als sechs Monate kannten, mit jenen von anderen Probanden, die schon länger in Beziehungen lebten. Auf Bitterreize hätten die Verliebten auffallend unempfindlich reagiert. Auch süße Geschmäcker hätten sie erst in höheren Konzentrationen wahrgenommen als die Vergleichsgruppe. Auf saure oder salzige Noten seien die Verliebten allerdings tendenziell schneller angesprungen als die übrigen Probanden, berichten die Forscher.

Die Erklärung für die gehemmte Bitter- und Süßwahrnehmung sehen die Wissenschaftler in der bei Verliebten geringen Konzentration des Hormons Serotonin, das entscheidend sei, um diese Geschmackseindrücke zu erkennen. Die Wahrnehmung von sauren und salzigen Geschmäckern hänge dagegen wahrscheinlich mit anderen biochemischen Prozessen zusammen, die weniger abhängig von der Konzentration des Hormons seien.

Warum der Serotonin-Spiegel bei Liebenden so niedrig ist, konnten bisherige Studien nach Angaben der Wissenschaftler noch nicht klären. Der Botenstoff ist unter anderem an der Regelung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Laut anderer Studien sei bei depressiven Menschen oft ebenfalls eine niedrige Serotonin-Konzentration feststellbar. Dementsprechend litten diese auch häufig unter einer verminderten geschmacklichen Wahrnehmung und Appetitlosigkeit.
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