Ständiger Harndrang oft altersbedingt - Blasentraining kann helfen

Von: ddp
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Villingen-Schwenningen. Ein ständiger Harndrang muss ärztlich abgeklärt werden. „Möglicherweise verbirgt sich dahinter ein Harnwegsinfekt oder eine Prostataentzündung”, erläutert die Urologin Daniela Schultz-Lampel aus Villingen-Schwenningen.

Die Prostata müsse eventuell ausgeschält werden - ein Harnwegsinfekt werde mit Antibiotika therapiert. Es gebe auch Medikamente, die die Harnproduktion verstärkten, wie die Ärztin weiter erläutert: „Dann sollte man nach Möglichkeit auf andere Medikamente umsteigen.” Auch ein Östrogenmangel verursache bei Frauen mitunter einen ständigen Harndrang: „Für diese Fälle gibt es eine Östrogen-Salbe, die lokal im Scheidenbereich aufgetragen wird.”

Wenn keine akute Erkrankung festzustellen ist, seien oftmals altersbedingte Abbauprozesse im Gehirn schuld, berichtet die Urologin: „Die Blasenfunktion wird nicht mehr richtig gesteuert. Nervenbahnen, die eine Ausschüttung der Blase hemmen könnten, fallen aus.” Die Blase sei dann überaktiv. Das Problem ist nicht selten: „Etwa ein Viertel aller 60- bis 70-Jährigen leidet darunter.

Ab einem Alter von 75 ist es sogar jeder Zweite.” Männer und Frauen seien gleich stark betroffen. Der ständige Harndrang verfolgt sie rund um die Uhr: „Gerade bei älteren Menschen ist der nächtliche Harndrang nicht ungefährlich.” Denn ein Sturz beim Toilettengang könne schnell einen Knochenbruch zur Folge haben.

„Bei dieser altersbedingten Form des Harndrangs wird dem Patienten zunächst ein Blasentraining empfohlen”, erklärt die Urologin: „Eine Verkrampfungen der Blase und damit der Harndrang kommen wellenartig: Ist der Drang besonders stark, so muss der Patient lernen, in diesem Moment den Schließmuskel zusammenzupressen.

Dadurch werden Reflexe aktiviert, die den Blasendruck dämpfen.” Zusätzlich gebe es Medikamente, die den Harndrang reduzierten. „Etwa 80 Prozent aller Betroffenen kann durch Blasentraining und Medikamente geholfen werden.” Wenn nicht, dann blieben weitere Therapien, wie eine Botulinumtoxin-Injektion oder ein Elektrotherapieverfahren.
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